
125 Jahre VHS Wien
Die VHS Wien kann auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken. Der Startschuss erfolgte 1887, als der Volksbildungsverein Wien Margareten ins Leben gerufen wurde. Es folgten 1897 die Wiener Urania und 1901 die Volkshochschule Ottakring. Während in der Zwischenkriegszeit nur die Volkshochschule Alsergrund (1934) hinzukam, wurden nach 1945 mehrere Bezirksvolkshochschulen (Wien West, Künstlerische Volkshochschule, Favoriten, Hietzing, Simmering, Brigittenau, Floridsdorf) neu gegründet. Anfang der 70er- bis Anfang der 90er-Jahre folgten die Volkshochschulen Meidling, Landstraße, Penzing, Rudolfsheim, Liesing und Donaustadt.
Die 60er- und 70er-Jahre standen im Zeichen der Ausstattung der Wiener Volkshochschulen mit Gebäuden beziehungsweise einer umfassenden Renovierung der bestehenden Häuser. Es wurden Zentren mit verschiedenen Bildungseinrichtungen (Volkshochschule, Bücherei, Musikschule), Restaurant und Veranstaltungssaal eingerichtet. Mit den Häusern der Begegnung wurde den WienerInnen die Möglichkeit geboten, Veranstaltungsräume zu günstigen Konditionen zu mieten. In den großen Veranstaltungssälen finden z.B. Konzerte, Ausstellungen, Festveranstaltungen und Theateraufführungen statt.
Die Volkshochschulen erhielten durch diese räumliche Ausweitung die Möglichkeit, ihre Tätigkeit auf den ganzen Tag und auf alle Wochentage auszudehnen, wodurch neue Zielgruppen gewonnen werden konnten. Dies führte zur Spezialisierung einzelner Volkshochschulen auf bestimmte Programmschwerpunkte (Sprachen, Bildungsabschlüsse), die bis heute wirksam sind. Damit einher ging die Übernahme neuer Tätigkeitsfelder, z.B. integrative Bildungsarbeit mit ZuwanderInnen und Langzeitarbeitslosen, emanzipative Frauenbildung, Umweltbildung u.v.a.m.
Alles unter einem Dach
Bis 2007 wurden die Wiener Volkshochschulen als weitgehend selbstständige gemeinnützige Vereinsvolkshochschulen geführt. Sie bestimmten über ihr Programm, entwickelten ihre Schwerpunkte, schlossen Verträge ab, bestimmten ihr Corporate Design und ließen sich zum Großteil qualitätstestieren. 2008 wurden die Wiener Vereinsvolkshochschulen in der Organisationsform einer gemeinnützigen GmbH zusammengeführt. Die Wiener Volkshochschulen GmbH gehört nun zu 74,9 % dem Verband Wiener Volksbildung und zu 25,1 % der Stadt Wien.
Die Wiener Volkshochschulen GmbH agiert heute an 46 Standorten in Wien, beschäftigt rund 650 hauptberufliche MitarbeiterInnen und ca. 3.000 KursleiterInnen. An den Volkshochschulen werden jährlich rund 15.000 Kurse unterschiedlicher Länge abgehalten. Diese erreichen eine TeilnehmerInnenzahl von ca. 133.000, davon sind 75 % Frauen. Die stärksten Angebotsbereiche sind Fremdsprachen und Gesundheit/Bewegung. Die Wiener Volkshochschulen GmbH ist aber auch der größte Anbieter beim Nachholen von schulischen Abschlüssen in Wien. Für Menschen, die in der Regelschullaufbahn, aus welchen Gründen auch immer, das Ziel nicht erreicht haben, werden Vorbereitung zum Hauptschulabschluss, Vorbereitung zur Matura sowie Studienberechtigungsprüfungs- und Berufsreifeprüfungslehrgänge angeboten. Neben den allgemeinbildenden Angeboten gibt es auch eine Reihe von berufsorientierten Lehrgängen im Pflegebereich, IT-Management, für KindergärtnerInnen und HorterzieherInnen u.v.m. Darüber hinaus werden an den Wiener Volkshochschulen pro Jahr an die 5.000 Veranstaltungen angeboten.
Spezialisierte Einrichtungen
"die umweltberatung" wien (gegründet 1988) hat ein umfassendes Angebot für Information und Bildung zum vorsorgenden Umweltschutz. Das Angebot richtet sich an Privatpersonen, Bildungseinrichtungen, Betriebe, Gemeinden und Verwaltungseinrichtungen.
Das Österreichische Volkshochschularchiv ist das Gedächtnis der Volkshochschulen. Als Unternehmensarchiv ermöglicht es einen auf historischen Dokumenten, ihrer archivarischen Aufbereitung und wissenschaftlichen Analyse basierenden Zugang zum historisch gewordenen Selbstverständnis und zur Identität der Wiener Volkshochschulen.
Das Rosa Mayreder College ist ein Lernzentrum zur Verbreitung der Erkenntnisse aufgeklärter feministischer Wissenschaft und kritischer Genderforschung, es bietet berufsbegleitende abschlussorientierte Lehrgänge universitären Charakters an.
Das D.R.Z – Demontage- und Recycling-Zentrum Wien ist ein sozialökonomischer Betrieb, der sich der Demontage von Elektro- und Elektronikaltgeräten widmet und gleichzeitig zur Reintegration, Qualifizierung und Vermittlung ehemaliger Langzeitarbeitsloser und Menschen mit Behinderungen beiträgt.
Die Astronomischen Betriebe umfassen das Planetarium Wien, die Kuffner Sternwarte und die Urania Sternwarte. Sie bieten Vorführungen und Vorträge zu astronomischen Themen und beteiligen sich an internationalen Projekten.
Das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung ist eine Begegnungsstätte für JüdInnen und NichtjüdInnen. Kennenlernen des Judentums – jüdische Religion, Tradition, Kultur, Geschichte, jüdisches Alltagsleben, aber auch der interkulturelle, interreligiöse Dialog sind die Grundlage des Angebots.
Die Künstlerische Volkshochschule bietet ausschließlich Kurse, Lehrgänge, Vorträge und Ausstellungen in verschiedenen Kunstbereichen an.





