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Grundlehrgang Theater nach Augusto Boal

Grundlehrgang

THEATER NACH AUGUSTO BOAL

in Zusammenarbeit mit dem Theater der Unterdrückten (TdU) Wien

Lehrgangsbeginn:  04.11.2011

Der gesamte Lehrgang

Der Lehrgang gibt einen Einblick in die Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten einer der weltweit am häufigsten eingesetzten Methoden für persönliche und gesellschaftliche Veränderung. Er eignet sich für alle, die in ihrer Praxis Veränderungsprozesse begleiten oder in Gang setzen möchten.

Dauer: 7 Module (Wochenendworkshops) mit insgesamt 91 Unterrichtseinheiten

Gruppengröße: 10–16 TeilnehmerInnen (davon 3 EinzelmodulteilnehmerInnen möglich)

Kosten: EUR 1.470,- (Einzelnes Modul EUR 250,-)

 

 METHODEN Grundlehrgang

Dieser Grundlagenlehrgang ist in erster Linie ein Methodentraining und kein Schauspielkurs. Techniken aus dem Schauspieltraining werden in Teilbereichen aber immer wieder einfließen (Stimme, Körperausdruck, Umsetzung von Szenen). Die Workshopreihe richtet sich in erster Linie an PädagogInnen, SozialarbeiterInnen, PsychologInnen, Jugend- und AltenbetreuerInnen und alle, die mit Gruppen verschiedenster Ausprägung arbeiten und das im Workshop Erfahrene eventuell noch während der Dauer der Workshopreihe umsetzen wollen.
Supervision durch Mitglieder des TdU-Wien ist bei Bedarf möglich. Mitzubringen sind Spiellust und bequeme, bewegungsfreudige Kleidung. Für die Workshops sind schauspielerische Kenntnisse keine Voraussetzung!

 TdU-Wien

Das Theater der Unterdrückten Wien organisiert Fortbildungen und Workshops; gestaltet interaktive Theaterprojekte zusammen mit in Bezirken tätigen Organisationen; gebraucht Theater als Werkzeug für Empowerment, Veränderung und Erprobung neuer Handlungsmöglichkeiten und Schaffung von Freiräumen im gesellschaftlichen Alltag; ist eine im WUK tätige Theatergruppe.

 AUGUSTO BOAL Forumstheater 

Stellen Sie sich ein Theaterstück vor: Es geht um einen Konflikt. Die SchauspielerInnen bemühen sich, ihn zu lösen – und der/die Stärkere gewinnt. Das Ergebnis ist nicht unbedingt fair. Einige ZuschauerInnen sind damit nicht zufrieden. Sie sind verärgert und wollen das Stück ändern. Unmöglich? Alles ist möglich in Augusto Boals Forumtheater. Die ZuschauerInnen verwandeln sich zu ZuspielerInnen und übernehmen den Schauplatz, auf welchem sich die Ungerechtigkeit zugetragen hat.

Ziel des Forumtheaters, der bekanntesten Methode aus Boals vielseitigem Repertoire, ist es, aus erlebten Konflikt- oder Unterdrückungssituationen heraus theatrale Szenen zu entwickeln und mit Hilfe des szenischen Spiels neue Handlungsmöglichkeiten im Alltag zu entdecken.

 Das Legislative Theater führt diesen Gedankengang weiter und untersucht die Interventionen des Publikums auf Möglichkeiten für politische, gesetzgebende oder rechtliche Änderungen. Beim Legislativen Theater spielen die SchauspielerInnen oft für ein klar definiertes Publikum, mit dem sie in Dialog treten wollen.

 Zeitungstheater und Unsichtbares Theater sind Methoden in Verbindung mit einem konkreten Anliegen, mit der Absicht, Widersprüche, Ungerechtigkeiten und Machtbeziehungen aufzuzeigen und zur öffentlichen Diskussion zu stellen.

 Das Theater der Unterdückten ist eine Sammlung von Übungen, Spielen und Theatertechniken, die eine neue, aktive Dimension des Theaters intendieren: Forumtheater, Legislatives Theater, Zeitungstheater, Unsichtbares Theater sowie der Regenbogen der Wünsche und die Ästhetik der Unterdrückten.

Diese Techniken ermöglichen eine Wahrnehmungsschulung und Sensibilisierung aller Beteiligten, wodurch sowohl die eigene Opferrolle als auch die eigenen TäterInnenanteile wahrgenommen werden können – und das in einem geschützten Raum. Das Theater der Unterdrückten unterstützt Menschen, die etwas verändern wollen, dabei, ihr Leben aktiv in die Hand zu nehmen. Das Grundprinzip lautet: Dialog statt Monolog, denn überall dort wo der Monolog den Dialog ersetzt, herrscht Unterdrückung.

 Modul 1: Grundlagen des Theaters der Unterdrückten (TdU)

04.–06.11.2011
Fr, 18.00–21.00; Sa, 10.00–17.00 (2 St. Pause); So, 10.00–14.00

Theater der Unterdrücken – Einführung einschließlich Bildertheater

Dieses Modul eignet sich für alle, die in ihrer (Berufs-)Praxis beabsichtigen, das Theater der Unterdrückten zu integrieren. Es zeigt vielfältige Anwendungsbereiche auf und macht sichtbar, welche Fähigkeiten und ‚Skills’ dazu nötig sind. Bildertheater ist eine „Basistechnik“ des Theaters der Unterdrückten. Durch seine analytischen Eigenschaften kann es sowohl als Bestandteil von kontinuierlichen Prozessen als auch als Instrument für plenaren Dialog eingesetzt werden.

Das Modul eignet sich insbesondere für LehrerInnen, TrainerInnen, ModeratorInnen und SupervisorInnen

 Modul 2: Forumtheater

02.–04.12.2011
Fr, 18.00–21.00; Sa, 10.00–17.00 (2 St. Pause); So, 10.00–14.00

Forumtheater ist die fortgeschrittene Technik des TdU. Es erfordert die Fähigkeit, mit Gruppen zu arbeiten bzw. Theatralisches zu inszenieren. Bestandteil dieses Moduls sind Szenenentwicklung, Probetechniken, Annäherung an die Jokerrolle, interaktive Szenendurchläufe und das Thema der erforderlichen Rahmenbedingungen für nachhaltige Prozessentwicklung.

Das Modul eignet sich besonders für LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, RegisseurInnen und AktivistInnen

 Modul 3: Zeitungstheater und Improvisation

13.–15.01.2012
Fr, 18.00–21.00; Sa, 10.00–17.00 (2 St. Pause); So, 10.00–14.00

Medieninhalte zum Theatertext machen, heißt ihren Inhalt in Frage zu stellen. In diesem Modul wird die Medienlandschaft auf ihre Widersprüchlichkeit hin analysiert, auseinander genommen und auf kreativ ungewohnte Weise wieder zusammengesetzt. Darüberhinaus inkludiert dieses Segment Improvisationstraining und Übungen.

Besonders geeignet für alle, die im Bildungsbereich tätig sind, aber sicherlich auch von Interesse für diejenigen, die mit Menschen arbeiten, die von falschen Mediendarstellungen betroffen sind.

 Modul 4: Unsichtbares Theater: Die Eroberung des Öffentlichen Raums

02.–03.03.2012
Fr, 18.00–21.00; Sa, 10.00–17.00 (2 St. Pause); So, 10.00–14.00

Inszenierungen im öffentlichen Raum erfordern eine besondere Dramaturgie und viel Kreativität. Dafür kann das Unsichtbare Theater eine gesellschaftliche und politische Brisanz erzeugen. In diesem Modul wird ein unsichtbares Projekt geplant und durchgeführt. Die anschließende Reflexion, versucht die Frage nach der Relevanz der Methode in unserer Gesellschaft zu beantworten.

Dieses Modul eignet sich vor allem für SozialarbeiterInnen und AktivistInnen.

 Modul 5: Legislatives Theater: Methoden des Theaters der Unterdrückten als Mittel zu sozialer Veränderung

30.03.–01.04.2012
Fr, 18.00–21.00; Sa, 10.00–17.00 (2 St. Pause); So, 10.00–14.00

Theater macht Politik – auf der Mikro-, Meso- und Makroebene. Dieses Modul bietet die Weiterführung des Forumtheaters auf politischer Ebene, basierend auf Szenen aus der eigenen beruflichen Realität.

Dieses Modul ist vor allem für jene geeignet, die sich mit politischen bzw. demokratischen Prozessen beschäftigen, von der Stadtteilebene bis zum Parlament.

 Modul 6: Jokertraining und die Dilemma Diskussionsmethode (DDM)

04.–06.05.2011
Fr, 18.00–21.00; Sa, 10.00–17.00 (2 St. Pause); So, 10.00–14.00

Die JokerIn ist das Bindeglied zwischen den Unterdrückten und der Methode, zwischen der Bühne und dem Publikum und gleichzeitig eine schaffende KünstlerIn. Jokern gehört zu den vielseitigsten Herausforderungen in der Gruppenarbeit, aber gleichzeitig auch zu den dankbarsten. „Jokering is a way of life“ sagen viele erfahrene KollegInnen. Die Dilemma Diskussionsmethode (DDM) ist eine spezielle Jokertechnik, basierend auf den von Lickona und Gilligan adaptierten Kohlbergschen Stufen der moralischen Entwicklung. DDM wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Lösungsvorschläge des Publikums eine neue Unterdrückung erzeugen würden.

Dieses Modul eignet sich für alle, die mit Gruppen TdU machen wollen, die ein wenig Erfahrung mit den Basistechniken mitbringen und die gerne moderieren.

 Modul 7: Interaktives Theater hautnah! – Abschlusspräsentation

01.–03.06.2011
Fr, 18.00–21.00; Sa, 10.00–17.00 (2 St. Pause); So, 10.00–14.00

Durchführung eines Theaterbrunches, inspiriert von den Methoden A. Boals. Die während der beiden Semester erarbeiteten Szenen und Prozesse werden vor geladenem Publikum in die Praxis umgesetzt und präsentiert. Die ZuschauerInnen sind MitspielerInnen.

Infoabend:

Mi, 29.06.2011, 18.00 Uhr
Fr, 04.11.2011, 08.00 Uhr

Bitte um Anmeldung. Telefon: 01 810 80 67

Zusatzmodule, die bei Interesse angeboten werden:


Regenbogen der Wünsche

Theater und Therapie: Wer sich mit Menschen in Heilungsprozessen jeglicher Art beschäftigt, sollte sich für dieses Modul entscheiden. Bevor die Psychiatrie und Psychologie introduziert wurden, galt das Theater als eines der wichtigsten Heilverfahren. Für TherapeutInnen und SozialarbeiterInnen dürfte dieses Modul besonders geeignet sein.

Die Ästhetik der Unterdrückten

Wer umfassend mit künstlerischen Mitteln arbeiten möchte, sollte sich dieses Modul anschauen. Es eignet sich insbesondere für LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und TherapeutInnen.

 

 

TRAINER/INNEN-TEAM

FORUMTHEATER

Lehrgangsleitung


Mag.a Birgit Fritz

Theaterpädagogin, Regisseurin und Lehrerin, Jokerin, Theater der Unterdrückten – Wien, transkulturelle Theaterarbeit am Institut für Internationale Entwicklung, Universität Wien. Begleitung theaterpädagogischer Projekte und Leitung und Entwicklung von Forumtheaterprojekten und -produktionen.

Christoph Seidl

Rechts- und Sozialberatung im NGO-Bereich, Mitarbeit bei Forumtheaterprojekten und Gruppen, Straßentheater, Clownerei. (Modul 5)

Mag. Ronald Matthijssen

Sozialarbeiter und Psychologe, Joker, Drehbuchautor, Entwicklung von Theater der Unterdrückten-Projekten in verschiedenen Ländern, Moderator von www.theatreoftheoppressed.org. (Modul 6)

 

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