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„Die Kinder von Maison d’Izieu“ : Ausstellung im Campus Längenfeld

Beate Klarsfeld eröffnete am 27.Jänner, dem Internationalen Gedenktag an den Holocaust, in der VHS Meidling eine Ausstellung, die deportierte ermordete jüdische Kinder und Jugendliche würdigt.

Die Bilder werden vom Campus Längenfeld (VHS Meidling und Hans-Mandl-Berufsschule) aus weiter durch Berufsschulen in ganz Österreich wandern und eindringlich die Botschaft vermitteln: Ausgrenzung kann dazu führen, dass Kids wie du und ich ermordet werden.

44 Kids
Es sind fröhliche Kinder auf den Fotos, die ein harmloses Sommerlager darstellen könnten. Der Älteste, Arnold Hirsch, ist 17 Jahre alt. Die Fotos zeigen ihn immer wieder zusammen mit seinem 16jährigen Freund Théo Reis. Auf einigen Fotos machen sie Faxen, auf anderen Bildern lehnen sie lässig an einer Mauer oder sitzen mit Mädchen im Gras. Pubertierende Jungs auf dem Weg zum Erwachsenwerden.
Das jüngste Kind im Kinderheim von Izieu ist gerade vier.
Alle Kinder auf den Bildern werden ermordet.
44 Kinder und Jugendliche, sieben  davon aus Wien, und ihre ErzieherInnen wurden am  Morgen des 6. April 1944 auf Befehl von Klaus Barbie, dem Leiter der Gestapo von Lyon, festgenommen und deportiert.
42 Kinder wurden in Auschwitz vergast, zwei in Estland erschossen.

Beate Klarsfeld, die maßgeblich daran beteiligt war, dass der Gestapochef Klaus Barbie angeklagt werden konnte, kam zur Eröffnung in die Volkshochschule Meidling und erzählte, wie sie 1971 damit begann, die damals bereits vergessenen ermordeten Kinder wieder ins Gedächtnis der Welt zu bringen.
Ihre wichtigsten Mitstreiterinnen, mit denen sie Klaus Barbie schließlich zur Strecke und vor ein französisches Gericht brachte, „waren keine Agenten á la James Bond, sondern zwei Mütter, damals schon über 60. Frau Halaunbrenner war die Mutter von zwei kleinen Mädchen, die aus Izieu deportiert und ermordet worden, Frau Benguigui hatte drei Söhne, die im Alter von fünf, sieben und zwölf in Auschwitz vergast wurden“, berichtete Klarsfeld.

1,5 Millionen
Von den sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden waren 1,5 Millionen Kinder. Daran erinnerten die Festredner bei der Eröffnung der Ausstellung. Die Botschafter von Israel und Frankreich waren gekommen, ebenso Ariel Muzikant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde und mit Josef Ostermayer ein Vertreter der österreichischen Bundesregierung.
Das Reden fiel niemandem leicht bei dieser Veranstaltung. Besonders ergreifend: die Interpretation eines Kinderliedes durch den Geiger Aliosha Biz. "Ein Lied, von dem meine Großtante erzählt hatte, dass es die Kinder im KZ gesungen hatten." Ein Lied, das ihn schon ein Leben lang begleite.

Die Wanderausstellung wird bis 18. Februar 2010 im Campus Längenfeld zu sehen sein.
Öffnungszeiten: 08:00 bis 20:00 Uhr
Eintritt frei

Bei Interesse für Führungen schicken Sie bitte ein an gerhard.bisovsky@meidling.vhs.at

Die Ausstellung wandert danach in weitere Berufsschulen in den Bundesländern. Orte und Termine erfahren Sie auf www.millisegal.at

Die Realisierung der Ausstellung erfolgte mit Unterstützung des Bundeskanzleramtes, des bm:ukk, des Zukunftsfonds, des Nationalfonds der Republik Österreich und der Kunstversicherung Barta & Partner.

Fotos: Copyright Maison D’Izieu


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