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Der Weg alles Irdischen

Vom Pissoir in den Kanal. Zum Tag des WCs eine Fotoausstellung von Walter Filip und Robert Streibel. Eröffnung 15.11.

Es gibt Orte des Nachdenkens und Sinnierens, die in ihrer Bedeutung zu wenig geschätzt werden. Das WC gehört dazu. Um diesem Ort die ihm gebührende künstlerische und philosophische Aura zurückzugeben, sprengen wir alle Dimensionen und zeigen Pissoirs aus verschiedenen Ländern gekoppelt mit den von Walter Filip  fotografierten internationalen Kanaldeckeln. Eine unglaubliche Symbiose.
Robert Streibel, Walter Filip

Zu sehen sind folgende Kanaldeckel und Pisssoirs

Di 15.11. 19:00
Ausstellungsdauer:
16.11.-12.01.

Weitere Informationen über die literarischen WCs in der VHS Hietzing
Thomas Bernhard Pissoir
http://www.youtube.com/watch?v=8YWFOy0QnjI
http://www.youtube.com/watch?v=hXETrlXigiQ

 

John Irving Pissoir
http://www.youtube.com/watch?v=ytpWOXYgl0k

 

 

Zum internationalen Tag des WC, der zum ersten Mal vor 10 Jahren begangen wurde, zeigt die VHS Hietzing (13., Hofwiesengasse 48) eine ungewöhnliche Fotoausstellung. "Der Weg alles Irdischen. Vom Pissoir zum Kanaldeckel". Walter Filip spürt seit Jahren in jeder Stadt, die er besucht, Kanaldeckeln auf. Seine Spurensuche hat ihn von Mistelbach über Budapest bis nach Spanien gebracht. Robert Streibel hat versucht, Pissoirs ins Bild  zu zwängen ungewöhnliche Blicke von Barcelona, Hamburg, Jerusalem oder Olching festgehalten. Die Ausstellung ist bis 12. Jänner in der VHS Hietzing im 1. Stock zu besichtigen. Überraschungen sind garantiert, so zum Beispiel, dass Kanaldeckel mit einer großen Kunstfertigkeit gestaltet sind oder dass in Litauen, das „kleine Geschäft“ im Angesicht der großen Geschichte, als es noch ein Groß-Litauen gegeben hat, verrichtet werden kann.

Ztl:. Literarische WCs.


Der legendäre Kulturpolitiker Viktor Matejka hat ein Mal gemeint, dass auf jedem Ort Kultur angeboten werden sollte, also auch auf der Toilette. Die VHS Hietzing hat sich das vor Jahren zu Herzen genommen und begonnen,  ihre Toiletten nach literarischen Persönlichkeiten zu benennen und die Wände mit Inschriften zu markieren. John Irving mit seinem Roman "Der Wassertrinker"  einem Mann, der Schwierigkeiten beim Wasserlassen hat und keinen Urologen aufsuchen möchte bot sich ebenso an wie Thomas Bernhard, der in seinem Roman "Alte Meister" auch die Toilettenfrage in Wien abgehandelt hat.

 

Theodor Kramer hingegen hat auch wunderbare Gedichte über das Furzen geschrieben. Elfriede Jelinek ist mit ihrem Theaterstück "Raststätte" vertreten. Zwei Toiletten können noch benannt werden. „Ein heißer Kandidat ist auf alle Fälle unter anderem Fritz von Herzmanovsky-Orlando mit seiner Geschichte über den Leibstuhl von Maria Theresia. Das stille Örtchen ist jedoch nicht nur ein Ort der Kultur, sondern auch ein Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften. Die Einführung der wasserlosen Pissoirs hat uns geholfen, hunderte Liter Wasser im letzten Jahr zu sparen. so Dr. Robert Streibel, der Direktor der VHS Hietzing.

 

Nicht bei allen BesucherInnen stoßen die literarischen WCs auf Zuspruch. Eine Kritikerin, die sich erbost an Claus Peymann wandte und um Hilfe bat, erhielt von ihm die Antwort, dass er sich bei einem der nächten Wien-Besuche vor Ort informieren werde und das Thomas Bernhard Pissoir besuchen werde.


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