Deportiert nach Minsk
Farbe der Deportation 2. Auf den Spuren der Jüdinnen und Juden, die nach Minsk deportiert wurden.
Minsk: Ein Ort der Deportation für die Jüdinnen und Juden von Hietzing. Robert Streibel und der Fotograf Nick Mangafas begaben sich im Dezember 2009 auf eine Spurensuche.
Mit dem ersten Transport kamen Jüdinnen und Juden aus Hamburg, der letzte Transport brachte Wiener. Die ersten Denkmäler stammen aus Deutschland, die letzten aus Österreich, aber so richtig zur Kenntnis genommen wurde die Geschichte der Österreicher in Minsk bislang nicht. Weißrußland, gilt bei uns als letzte Diktatur Europas,. Ein eigenartiges Gefühl ist es bei der Spurensuche nach den ermordeten Juden aus Hietzing und Krems mit dem Direktor der Geschichtswerkstätte in Minsk, zu sprechen. Er beugt sich vor als wollte er mir etwas ganz Vertrauliches zuflüstern und fragt mich bloß: Was ist eigentlich los in ihrem Land? Warum interessiert das Schicksal der Juden niemand, seit sieben Jahren sind sie der Österreicher, der zu uns kommt.
Was es es heisst, die Spuren der Vernichtung zu verwischen, wissen wir defintiv nach der Reise nach Minsk. Noch nie auf den bisherigen Reisen zu den Orten der Vernichtung für die Jüdinnen und Juden aus Hietzing, war der Erfolg des Verscheigens so augenscheinlich: Keine Baracken, keine Zäune, keine Öfen und keine Friedhöfe.



