Eldar, David
Aus dem Fotoalbum von David Eldar
Unserem Haus gegenüber befand sich ein Kloster der Dominikanerinnen und es machte uns Kindern große Freude, die Schwestern im Wirtschaftshof zu besuchen. Sie versäumten es nie, jedem von uns Kindern zu seinem Namenstag einen Teller mit Obst und Bäckerei zu schicken, was in der Hungersnot nach dem ersten Weltkrieg eine besondere Freude für uns war.
Meine Eltern waren Edit (geb. Müller) und Karl Ehrenfeld. Meine Mutter wurde in in Teplice-Schönau geboren, mein Vater in Wien. Wir wohnten in der Hadikgasse 20, 2. Stock in einer Wohnung mit zwei Zimmern, einer Kammer, Kammer, Küche und Bad. Im Haus war ein Lebensmittelladen einer gewissen Frau Billig. Was Freunde betrifft, kann ich mich nur an einen gleichaltrigen Buben, Sohn meines Kinderarztes namens Dr. Sommer, in der Penzingerstrasse erinnern. Als Kind spielte ich im Schönbrunner Schlosspark. An antisemitische Äußerungen oder Benehmen (auch von Nachbarn), kann ich mich nicht erinnern. Die "Kristallnacht" habe ich, so klein ich auch war, nicht vergessen. An diesem Tag hatten wir 6 Hausdurchsuchungen, 5 davon ausgeführt von illegalen Jugendlichen, die die Gelegenheit ausnutzten und unter anderem Schmuckstücke mitgehen liessen. Von irgendwelcher Hilfe ist mir nichts bekannt, eventuell nur von Freunden meiner Eltern, Ing. Franz und Frau Hilde Dangl aus der Lainzerstraße.
Auswanderung nach Palästina
Wien verliessen wir im November 1939 mittels einer der illegalen Palästina-Transporte, die durch die revisionistische-zionistische Bewegung durchgeführt wurde. In Palästina teilten wir das Los der Neueinwanderer, die sich langsam, in dem damals von den Engländern beherrschten Land, einleben mussten. Altersgemäß besuchte ich die entsprechenden Schulen. Nach Schulabschluss und einer Zeit als Fotolehrling, diente ich im Militär. Nach Beendigung meiner Dienstzeit fand ich Arbeit als Fotograf bei der Regierungsdruckerei. 1955/56 absolvierte ich die Meisterklasse für Fotografie an der Grafischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.
Rückkehr nach Wien
1955 war das erste mal, dass ich nach Wien zurück kam, und so klein ich war, als wir Wien verliessen, gab es mir einen Schlag in den Magen, als ich die grünen Polizeiuniformen erblickte. Als geborener Wiener hatte ich keine besonderen gesellschaftlichen Schwierigkeiten und war mit allen Kollegen gut befreundet. Bis heute bin ich in Kontakt mit den Kindern eines Studiumskollegen.




