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Hershan, Stella

  • Zitate aus der Ausstellung in der Volkshochschule Hietzing.
  • Artikel Den Lebenstraum verwirklicht über das Leben von Stella K. Hershan in der New York Post.
  • Artikel Zwei Frauen, zwei Herzen, ein Buch aus der New Yorker Staatszeitung 1993.


Aus einem Brief

Ich bin in Hietzing aufgewachsen und bin einige Jahre ins Hietzinger Gymnasium an der Wenzgasse zur Schule gegangen. Leider habe ich persönlich nichts besonders Gutes von diesen Jahren zu berichten. Meine Einführung in das Schulwesen begann in der Freien Schule an der Albertgasse. Diese Schule hatte einen ganz großen Eindruck auf mein Leben gemacht. Es war eine ganz fortschrittliche und liberale Schule, in der man lernte für sich selbst zu denken. Es gab keine Bänke, sondern kleine runde Tische und man wählte, was man in der nächsten Stunde lernen möchte. Hausaufgaben gab es nicht und man lernte auch, dass man Anordnungen, mit denen man nicht einverstanden war, unbedingt befolgen sollte. Nachher zogen wir nach Hietzing. Ich denke, während meiner ersten Schulzeit, habe ich mich im Hietzinger Gymnasium an der Wenzgasse nicht sehr bewährt. Die Schule war sehr streng und ich bin in der 3. oder 4. Klasse in Turnen, Naturgeschichte und Mathematik durchgefallen.

Aber trotzdem ich in der Versetzungsprüfung in Naturgeschichte alles über den Tintenfisch, welcher mich interessierte, wusste, behauptete die Lehrerin, dass ich geschwindelt hatte, da ich durch das ganze Jahr kein einziges Buch geöffnet hatte, und ich die Klasse doch noch einmal wiederholen musste. Da ich schon damals eine Fanatikerin gegen Ungerechtigkeit war, erklärte ich, dass ich nicht weiter in diese Schule gehen würde. Ich verließ das Gymnasium und ging in die Sprachschule Weiser, eine Fortbildungsschule für junge Mädchen und dort lernte ich wenigstens Sprachen ich wusste nicht, wie wichtig das für mein späteres Leben sein würde, und auch Literatur sehr wichtig für mein späteres Leben als U.S. Schriftstellerin, eigentlich hatte das schon in der Schule begonnen, da ein Aufsatz von mir in der Jugendbeilage der Freien Presse gedruckt wurde.

Die Flucht
Er hieß "Menschen in der Bar" und ich war sehr stolz und dachte ich sei nun Schriftstellerin mit ungefähr 15. Trotzdem heiratete ich sehr jung, mit achtzehn hatte ich eine Tochter und dann begannen die schrecklichen Jahre und wir mussten flüchten. Aber nach den ersten harten Jahren in Amerika begann ich mein Studium nachzuholen. Ich nahm viele Kurse an der New Yorker Universität, die Professoren dort waren sehr freundlich und sagten ich hätte einen sehr angenehmen, einfachen Stil. Ich schrieb meinen ersten Roman auf englisch, er heisst "Der nackte Engel" und handelt über eine russische Prinzessin, welche eine berühmte Liebesaffäre mit Fürst Metternich hatte. In Amerika fand ich kein Interesse an europäischer Geschichte und der Roman wurde dann von Fritz Molden Verlag in Übersetzung 1972 in Wien verlegt. Er bekam ein Bestseller, wurde auch in Wien im Kurier in Kurzfassung publiziert und in 5 Sprachen übersetzt. Ihm folgten andere Bücher auch in Übersetzung. Ein Kind der Revolution, zur Zeit von Marie Antoinette und Napoleon, zwei Bücher über Eleanor Roosevelt auf Englisch und "In Freundschaft Elisabeth".

Brief der Kaiserin
Ein fiktiver Brief der österreichischen Kaiserin, welchen ich selbst auf Deutsch geschrieben habe und welcher in allen deutschsprechenden Ländern sehr freundlich aufgenommen wurde. Ich denke meine damaligen Lehrerinnen im Hietzinger Gymnasium würden sehr erstaunt sein. Aber außer der Schule, habe ich mein Leben in Hietzing in sehr warmer Erinnerung. Vielleicht interessiert es Sie auch, dass ich im November 1933, in der Synagoge in der Eitelbergergasse getraut wurde. Auch möchte ich hinzufügen, dass die Firma meines Mannes (deceased) Rudolph Herschan, die Eisenkonstruktion Fabrik Siegfried Herschan (sein Vater), am Bau dieser Synagoge beteiligt war.