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Darstellende Kunst

Im Fachbereich Darstellende Kunst werden folgende Lehrgänge angeboten:

1. Werkstätte Dramaturgie
2. Praxis und Theorie des Bühnenbildes
3. Regie für Film und Fernsehen
4. Schauspiel

Wie auch in den anderen Arbeitsbereichen der Werkstätte Kunstberufe liegt der Fokus auf der Arbeitspraxis sowie auf der Vermittlung der theoretischen Grundkenntnisse und der Notwendigkeit, sich als junger Künstler, junge Künstlerin Netzwerke aufzubauen. Die Lehrenden sind auch im Bereich der Darstellenden Kunst etablierte KünstlerInnen mit langjähriger Berufserfahrung.

Ausführliche Curricula der Lehrgänge können jederzeit als pdf unter kunst@vhs.at bestellt bzw. hier heruntergeladen werden:

Curriculum Bühnenbild
Curriculum Regie für Film und Fernsehen
Curriculum Theaterdramaturgie

Werkstätte Kunstberufe stellt vor

Dramaturgie an der Werkstätte Kunstberufe
– Österreichs einzige Ausbildung zum/zur Dramaturgin!

Seit nunmehr 12 Jahren bietet die Werkstätte Kunstberufe als einzige Bildungseinrichtung im deutschsprachigen Raum eine Ausbildung zum/zur DramaturgIn an, unabhängig davon ob jemand bereits zuvor ein Studium absolviert hat. Dr.in Vivian Wolfgang, die ihr berufliches Leben lang am Theater in allen möglichen Bereichen, v.a. aber in jenem der Dramaturgie, gearbeitet hat, unterrichtet ihr Fachgebiet bereits seit 25 Jahren. Dabei wollte sie nie Lehrerin werden, da sie selbst ihre Schulzeit als sehr belastend empfand. Als jedoch Elfriede Ott sie - aufgrund einer Empfehlung von Hans Weigel - ansprach, weil Frau Ott für das neugegründeten Konservatorium für Schauspiel jemanden für das Fach Theatergeschichte suchte, sagte Dr.in Wolfgang aus Wertschätzung für Frau Ott zu. Bald erkannte sie, dass der Unterricht in diesem Bereich mehr umfassen müsste als bloße Theorie. Als der damalige Leiter der Werkstätte Kunstberufe, Dr. Bernd Gallob, sie fragte, ob sie nicht ab Frühjahr 1999 an der damals noch recht jungen Bildungseinrichtung tätig werden wolle, stand für sie fest, der Lehrgang, den sie dort anbiete, solle die Dramaturgie fokussieren und habe beide Bereiche abzudecken: Theorie und Praxis, wobei der Schwerpunkt auf letzterem liegen solle. Seither findet ein Modul des 3-semestrige Lehrgangs „Werkstätte Theaterdramaturgie“ jedes Semester statt; Ausbildungsbeginn ist jeweils alternierend im Frühjahr bzw. im Herbst.

Als Grundvoraussetzungen für angehende DramaturgInnen nennt Dr.in Wolfgang die Liebe zum Theater, zum Film, zur Oper, die Begeisterung für Literatur, die Fähigkeit beim Lesen eine Eigenphantasie im Sinne einer Textinterpretation zu entwickeln und das Gelesene in eine Handlungsform setzen können. Sie betont: „Dramaturgie ist kein kreativer Job, in dem Sinn, das man selbst der Schöpferische ist, sondern es ist eine interpretierende Tätigkeit.“ Eine gute Allgemeinbildung, ein umfassendes geschichtliches Wissen brauche es außerdem, auch um historische Sprachvarianten korrekt zu interpretieren. Zumindest solle einem bekannt sein, wo man recherchiere, wenn man Informationen benötige, fügt sie lachend hinzu. Von Vorteil sei in diesem Beruf Mobilität und die Möglichkeit einer flexiblen Zeitgestaltung. Angehende DramaturgInnen sollten gleichfalls soziale Kompetenz und eine große Belastbarkeit aufweisen: „Mit Menschen muss man umgehen und sich selbst zurücknehmen können, denn einen von außen anerkannten Erfolg haben die anderen, diejenigen, welche auf der Bühne stehen, der Regisseur ... Weil man oft in verschiedenen Produktionen arbeitet, ist es wichtig, dass man in der Lage ist, die Handschrift des jeweiligen  Regisseurs zu erkennen und aktiv zu stützen, denn als DramaturgIn arbeitet man in einem Konzept, das ein anderer hat. Dies bedingt, dass man sich mit Feingefühl einordnen können muss; und trotzdem sollte man konfliktfähig sein und bleiben, weil der Dramaturg, die Dramaturgin ist VertreterIn des Hauses, der Direktion – der Regisseur, die Regisseurin, die gehen wieder. Man selber jedoch bleibt ...“ Für das dramaturgische Arbeiten am Theater sei es wesentlich, den Blick für das im Moment Relevante zu haben, das Theater und seine Arbeitswelt von der Pieke auf kennen zu lernen, um zu verstehen, wie die unterschiedlichen Rädchen ineinander greifen. Als DramaturgIn sei es wichtig, nicht als GermanistIn oder TheaterwissenschaftlerIn aufzutreten, sondern das Theater als Raum der SchauspielerInnen zu verstehen und den Akzent auf feinfühlige Kommunikation zu legen, die ein  wechselseitiges Verstehen anstrebt: „Denn die SchauspielerInnen stehen auf der Bühne, sie müssen nachher den Kopf hinhalten, nicht ich als Dramaturgin. Da hat kein obergescheites Zeigefinger-Gehabe Platz; auch nicht vom Sprachduktus her! Man muss sich auf die Darstellenden einlassen, die sich einer Rolle nähern, sie sich erarbeiten. Das sind ganz andere Denkvorgänge als eine Textinterpretation! Schauspielen ist ein nach außen gerichtetes Agieren, aus dem Bauch heraus. Ein kopflastiges Argumentieren nutzt denen in der Regel gar nichts. Und ich kann einem Darstellenden keine Hilfe sein, wenn mein Hinweis, meine Aussage für ihn oder sie keine Hilfe ist.“ Neben dem Verstehen des Arbeitsprozesses, der Notwendigkeit einer einfühlsamen Zusammenarbeit, die den oder die DarstellerIn in den Mittelpunkt des Blickes rückt, nehmen im Seminar auch Bereiche wie Verlagswesen, Verwertungsgesellschaften, Veranstaltungsrecht, PR und Marketing Raum ein. Ebenso sollen die TeilnehmerInnen die praktischen Erfahrungen anderer DramaturgInnen, ÜbersetzerInnen, SchauspielerInnen, RegisseurInnen durch Vorträge diverser GastdozentInnen kennen lernen. Dies ermöglicht ihnen außerdem, sich zu vernetzen; ein wesentlicher Effekt, denn Netzwerke, so Dr.in Wolfgang, seien das Um und Auf am Theater.

Die Zusammensetzung der TeilnehmerInnen ihres Lehrgangs an der Werkstätte Kunstberufe beschreibt sie als eine angenehme Mischung aus Neulingen und anderen, die bereits im Bereich Theater tätig sind. Viele kommen aus den verschiedensten Bundesländern Österreichs, andere reisen aus Deutschland an, weshalb sie dieses Seminar auch seit Jahren als Blockveranstaltung gestaltet. Die Ausbildung, die in drei Semestern absolviert werden kann, erleichtert den Zugang zum Theater sicherlich, so Dr.in Wolfgang, die sich über die Arbeitssituation im Bereich der darstellenden Kunst – inklusive Einsparungspolitik der letzten Jahre – keinerlei Illusionen macht. Gerade deshalb ist sie stolz auf jene AbsolventInnen, die ihren Weg gingen – sei es, dass sie bei der Dramaturgie blieben oder in andere Arbeitsfelder des Theaters abwanderten, wo ihnen das Erlernte gleichfalls von Nutzen ist. Vielen AbsolventInnen gelang es aufgrund der aufgebauten Kontakte eine Hospitanz oder eine Assistenz bei einer großen Bühne zu erhalten, was sich als Einstiegstor erwies. Einer davon ist  Stephan Lack, Autor und Dramaturg, der den Lehrgang bei Dr.in Wolfgang absolvierte. „Kein anderes Betätigungsfeld“, meint Stephan Lack, „bietet eine größere Vielfalt als Theaterdramaturgie; sie ist die Schnittstelle zwischen künstlerischer und organisatorischer Arbeit am Theater. In dem Kurs wird man deshalb mit den unterschiedlichsten Zugängen zu diesem Berufsbild konfrontiert. Dabei erfährt man mehr über Theater als im Zuge eines ganzen Studiums. Als Theaterschaffenden hat mir dieser Kurs nicht nur einen Blick auf die wesentlichen Aspekte des Theaters ermöglicht, sondern außerdem eine Menge kreativer Energien für meine Schriftstellerkarriere freigesetzt. Der Zugang zum Theater wird durch diesen Kurs geschult und professionalisiert. Eine einmalige Ausbildung in Österreich, kompakt und praxisnah."


AbsolventInnen der Werkstätte Dramaturgie sind übrigens u. a. am Burgtheater, am Schauspielhaus Wien, am Theater Konstanz, Schauspielhaus Salzburg tätig. (Derzeit noch in Arbeit!)

Elke Albrecht – Musikfestival, Steyr
Elisabeth Chiba – Experiment
Mag. Sabine Pribil – Stadttheater Walfischgasse, Produktionsleitung und Disposition
Jakob Scholz – Stadt Wien, Kultur
Anna Sonntag – bei diversen freien Gruppen
Anna Steger – Nestroy-Spiele, Schwechat
Mag. Sylvia Weinzettl – Stadttheater Walfischgasse, Organisation und Pressebetreuerin.

AbsolventInnen Praxis und Theorie des Bühnenbildes:
(Derzeit noch in Arbeit!)

Werkstätte Kunstberufe

Gallitzinstraße 1
1160 Wien
Tel. 01 419 26 16-0
Fax. 01 419 26 16-16
kunst@vhs.at

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