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Alphabetisierung mit MigrantInnen

Alphabetisierung und Deutsch mit Migrantinnen

Wer sind die Lernenden?

Laut einer Schätzung der österreichischen UNESCO-Kommission können 600.000 ÖsterreicherInnen nicht ausreichend lesen und schreiben, um den Anforderungen unserer stark auf Schriftlichkeit ausgerichteten Gesellschaft zu entsprechen.

Unter den MigrantInnen in Österreich konnte eine je nach Herkunftsländern unterschiedliche Zahl von Frauen und Männern keine Grundschule besuchen. Die Zahlen rangieren laut UNESCO Statistik von ca. 4% in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, 13% in der Türkei und 72% in Afghanistan. Die Gründe, die zur Verhinderung des Grundschulbesuchs geführt haben, sind vielfältig, haben aber immer mit gesellschaftlicher Armut zu tun, oft noch verstärkt von individueller Armut, etwa durch Tod oder Krankheit eines Elternteils. Auch die Zugehörigkeit zu einer benachteiligten Minderheit oder Kriege im Herkunftsland vergrößern das Risiko. Auch wenn der Schulbesuch für wenige Jahre möglich war, sind die Lese-Schreib-Kenntnisse der Betroffenen oft nicht ausreichend für den Besuch eines Deutschkurses. Sie meistern das Leben und Arbeiten in Österreich mit viel Kraft, leiden aber darunter, nicht genügend lesen und schreiben zu können. Viele von ihnen haben bereits in Eigeninitiative zu lernen begonnen, haben sich im Laufe ihres Lebens Grundkenntnisse der Schrift angeeignet oder ohne Kurs Deutsch gelernt.