Denkmal für die Synagoge Hietzing
Gedenken zum 9. November in Hietzing
Mehr als zwei Jahre hat es gedauert, bis der Plan, die alte Gedenktafel durch ein zeitgemäßes Erinnerungszeichen zu ersetzen, realisiert werden konnte.Die Synagoge war von Arthur Grünberger geplant und 1928 eingeweiht worden. Ein Bericht über den Wettbewerb aus dem Jahr 1928. Der Wettbewerb um eine Wiener Synagoge Während des Novemberpogroms wurde die Synagoge niedergebrannt und zerstört.Wir haben einen Standpunkt. Standpunkt Geschichte heißt dieses Denkmal von Hans Kupelwieser. Nur wer einen Standpunkt einnimmt kann die Geschichte erkennen.Die Idee ist einfach und weil sie so einfach ist, ist sie so vieldeutig. Der Punkt markiert das Ende eines Satzes. Doch vieles ist notwendig bis es zu diesem Punkt kommt.Am Beginn steht vielleicht die Unzufriedenheit, eine Tafel, die nur schwer lesebar ist: Kein gutes Tor zu einer verdrängten Geschichte. Die Grünen haben darauf hingewiesen, und die SP und VP haben sich dieser Auffassung angeschlossen. Nicht immer muss die Befassung einer Kommission ein Begräbnis erster Klasse bedeuten. Da die Volkshochschule Hietzing bereits seit dem Jahr 2000 ein Projekt zur Erforschung der Geschichte der Juden in Hietzing gestartet hatte, war es naheliegend, diese Stimme zu hören. Und manchmal ist es leichter wenn im Spiel der politischen Kräfte eine neue unabhängige Kraft auf den Plan tritt.
Die Pläne von Hans Kupelwieser
Denkmal Synagoge Eitelbergergasse 1
Denkmal Synagoge Eitelbergergasse 2
Wodurch die Tafel ersetzt werden sollte war bereits bei der ersten Sitzung der Kulturkommission klar, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu konfrontieren war naheliegend, da es gerade von der Synagoge ein Foto gibt, das von diesem Standpunkt aufgenommen wurde, wo heute das Erinnerungszeichen steht. Mit dem Bildhauer Hans Kupelwieser hatte die Volkshochschule einen Künstler gefunden, der bereits an anderen Orten markante und denkwürdige Mahnmale gestaltet hatte. Von der Idee zur Realisierung braucht es UnterstützerInnen und Geldgeber. Ein Unterstützungskomitee wurde gegründet und als Finanziers konnte die Stadt Wien, der Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, die Kulturvereine von Hietzing und private Sponsoren gefunden werden. Zu den Realisatoren der Idee gehörte aber auch Günter Dräger, der notwendigen Planungsarbeiten übernahm.
Die Planungsphase für dieses Denkmal ist in einer Diashow dokumentiert.
Hans Kupelwieser
Realisiert wurde das Denkmal von Hans Kupelwieser. Geboren 1948 in Lunz in Niederösterreich hat er an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt und später an der Hochschule für Angewandte Kunst studiert und ist seit 1995 Professor an der TU Graz, Institut für Zeitgenössische Kunst. Einzelausstellungen Galerie Hummel, Wien Secession, Wien¸ MAK – Museum für Angewandte Kunst, Wien, Kulturinstitut, Mailand im Kunsthaus Muerz und zuletzt , Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz. Der Künstler Hans Kupelwieser wird in einem virtuellen Rundgang durch die Werkschau in der Neuen Galerie in Graz dokumentiert. Rolf Sachsse hat in seinem Aufsatz Das Photogramm als skulpturale Reprojektion eine profunde kunsttheoretische Auseinandersetzung mit dem Werk Kupelwiesers geliefert. Die Arbeit Eine Schwelle zwischen Erinnern und Vergessen von Hans Kupelwieser auf dem jüdischen Friedhof in Krems wurde 1995 eingeweiht.
Die Arbeiten am Denkmal in der Eitelbergergasse/Neue Weltgasse, das ein Fenster im Alltag sein soll, konnten Ende Oktober 2004 abgeschlossen werden und war durch die Kooperation von Sponsoren und Realisatoren möglich.



