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Herbstzeit ist Hochbeetzeit

17.10.2019
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Wohin mit dem ganzen Laub, den Zweigen und dem Schnittmaterial, das im Herbst anfällt? Am besten ab ins Hochbeet und in ein paar Monaten gibt es eine frühe Ernte. Finde im Blog heraus, welche Tipps und Tricks DIE UMWELTBERATUNG für den Bau und die Pflege eines Hochbeets hat.
© Sabine Seidl, DIE UMWELTBERATUNG
Ein Hochbeet hat für Hobbygärtner viele Vorteile: Aufgrund der Tischhöhe ist die Pflege rückenschonend und Nagetiere kommen nur schwer an die Pflanzen heran. Durch den Schichtaufbau entstehen im Hochbeet während des Verrottungsprozesses höhere Temperaturen als im Gartenbeet, die eine reichere und frühere Ernte ermöglichen. Pflanzenreste, die bei der Gartenarbeit anfallen, werden zu wertvollem Pflanzsubstrat. Der beste Zeitpunkt, ein Hochbeet zu errichten, ist im Herbst oder im zeitigen Frühjahr.

Schicht für Schicht zum Turbobeet

Je nach Geschmack und Möglichkeiten kann das Hochbeet aus unbehandeltem Holz, Natursteinen, Ziegeln oder einer Kombination der Materialien gebaut werden. Auch fertige Bausätze aus Holz oder Recyclingkunststoff gibt es zu kaufen.


Das Hochbeet sollte bestenfalls direkt auf der Erde stehen. Zuerst wird die Grasnarbe in der Größe des Hochbeetes abgestochen. Ein engmaschiges Gitter, das am Boden ausgelegt wird, hält hungrige Wühlmäuse oder andere Schädlinge vom Gemüse fern. Dann wird das Hochbeet mit den Pflanzenresten aus dem Garten aufgefüllt. Hier gilt: von unten nach oben immer kleineres, feineres Material schichten, bis obenauf die humusreiche Erde kommt. Die unterste Schicht ist je nach Höhe des Beetes etwa 40 cm dick und besteht aus Ästen, Stauden und Zweigen. Das Volumen eines Hochbeetes ist nicht zu unterschätzen! Man merkt meist erst beim Befüllen, wieviel hineinpasst und vor allem noch hineinmuss! Daher können unten zusätzlich dicke Stammstücke oder größere Steine eingefüllt werden. Diese Schicht wird mit etwas Erde bedeckt, darauf folgt eine etwa 15 cm dicke Schicht aus Grasschnitt, Häckselgut oder anderen gemischten Gartenabfällen. Hier kann die, für das Hochbeet abgestochene, Grasnarbe eingebaut werden.

Darauf kommen 10 bis 20 cm halb verrottetes Laub oder andere organische Abfälle. Die Verrottungswärme, die in dieser Schicht entsteht, bewirkt in den ersten Jahren eine frühere und reiche Ernte. Auf die Laubschicht werden 20 cm Grobkompost aufgebracht und zuoberst 10 bis 20 cm Feinkompost, gemischt mit torffreier Erde oder Erde aus dem Garten. Gerade im ersten Jahr sinkt das Innere des Hochbeetes stark ab, das fehlende Volumen wird im nächsten Jahr mit Erde wieder aufgefüllt.

Der ideale Platz und die richtige Größe

Eine Nord-Südausrichtung garantiert die ideale Ausnützung des Sonnenlichts. Volle Sonne bis Halbschatten ermöglicht gutes Pflanzenwachstum. Eine Regentonne oder andere Wasserstelle in der Nähe erleichtert die Bewässerung. Ist das Hochbeet von allen Seiten gut zugänglich, sollte die Breite 2x die Armlänge (1,4-1,6 m) betragen, um bequem die Mitte des Beetes erreichen zu können. Die Länge und Form kann beliebig gewählt werden. Eine angenehme Arbeitshöhe entsteht bei 70 – 100 cm je nach Körpergröße der Gärtnerin bzw. des Gärtners.

3-Jahres-Plan für das Bepflanzen des Hochbeetes

Die höheren Temperaturen durch die Verrottungsprozesse im Beet ermöglichen, schon im März Radieschen oder Salat einzusetzen. Nach den Eisheiligen dürfen dann empfindlichere Jungpflanzen in das Hochbeet einziehen. Da in den ersten zwei Jahren größere Mengen an Nährstoffen im Hochbeet vorhanden sind, werden zuerst am besten Pflanzen eingesetzt, die viele Nährstoffe brauchen wie zum Beispiel Paradeiser, Melanzani, Zucchini oder Kürbis. Im zweiten Jahr sind Mittelzehrer wie Spinat, Zwiebel, Karotten und Mangold geeignet. Ab dem dritten Jahr werden genügsame Pflanzen wie Erbsen, Bohnen und Kräuter angebaut.

Weitere Informationen

Kurse und Vorträge zu Gartengestaltung und Pflanzen gibt es hier.
Wer sein individuelles Hochbeet aus Holz bauen möchte, kann sich hier auf sein Projekt vorbereiten.