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Gerda Matejka-Felden

In der Reihe: Feministische Geschichte in Bewegung

12.04.2021
Gerda Matejka-Felden, Quelle: Österreichisches Volkshochschularchiv

Gerda Matejka-Felden | 1901 – 1984

Malerin und Kunstpädagogin

Malerin und Kunstpädagogin: Ihr größtes Anliegen war es, Kunstausbildung einer breiten Bevölkerung zu ermöglichen.
Sie gehörte zur 1. Generation von Studentinnen in Deutschland, die an einer Akademie als Malerin und Grafikerin ausgebildet wurden. 1924 übersiedelte sie nach Wien und arbeitete als frei- schaffende Künstlerin für Verlage sowie Zeitungen und stellte eigene Werke aus.
Ab 1933 hielt sie sehr erfolgreich Malkurse für Arbeitslose und organisierte mit deren Werken Ausstellungen. Die akademische Künstlerelite protestierte.
Ihr zweiter Mann, Viktor Matejka, ein deklarierter Antifaschist, wurde 1938 nach Dachau deportiert. Ihr wurde ein Berufsverbot auferlegt.

Kunst für alle

Gleich nach 1945 nahm sie ihre Lehrtätigkeit als Kunsterzieherin „für alle“ wieder auf. Räumlich an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Den massiven Konflikten mit dem akademischen Professorenkollegium hielt sie stand und ließ sich nie davon abbringen, „Kunst für alle“ durchzusetzen. So knüpfte Sie an die Annahme ihres Lehrauftrages die Bedingung, auch Mal- und Zeichenkurse der Volksbildung in den Kellerräumen der Akademie am Schillerplatz durchzuführen. So unterrichtete Prof.in Gerda Matejka-Felden „oben“ die Studierenden der Kunsterziehung und „unten“ die „Freizeitmalenden“.
Zusammen mit Karl Lugmayer und Leopold Langhammer, beides Volksbildner und langjährige Freunde, gründete Gerda Matejka-Felden 1947 den Verein "Künstlerische Volkshochschule", der die künstlerische Volksbildung fördern und pflegen sollte. Für Matejka-Felden war es ein vorrangiges Anliegen, allen Interessierten, Menschen aller Alters- und Berufsgruppen die Möglichkeit eines fundierten Unterrichts zu bieten. Sie war der Meinung, dass Kunst zwar nicht lehrbar sei, wohl aber künstlerische Techniken. Die gute handwerkliche Ausbildung sollte „die Kraft des Sich-mitteilen-könnens“, die jedem Menschen innewohnt, unterstützen und das schöpferische Erlebnis fördern. Das Kursprogramm wurde ständig erweitert. Es konnten namhafte Künstler*innen als Vortragende und Lehrende gewonnen werden. Eine rege Ausstellungstätigkeit war Teil des Programmes. Im Jahr 1962 besuchten 3.500 Hörer*innen 250 Kurse sowie 200 Vorträge und Führungen.
Angebot und Nachfrage sprengten zunehmend den Rahmen in den Räumen der Akademie. Mit Unterstützung des damaligen Rektors der Akademie und Stadtplaners der Stadt Wien, Roland Rainer, wurde die ehemalige Hauptschule in der Lazarettgasse 27 erworben und adaptiert. Im September 1963 eröffnet, leitete Matejka-Felden bis zum Jahr 1980 die „Künstlerische Volkshochschule“, die heute den Namen „Die Kunst VHS“ führt. Sie festigte eine Idee in Wort und Tat.
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© 2014 Unlearned Lessons Women on the Rise, Ausstellungskatalog zum Grundtvig EU-Lernpartnerschaftsprojekt
Geschichten von und über Frauen wurden über Jahrhunderte unterdrückt, nicht erzählt, vergessen. Seit 1911 wird jährlich am 8. März, dem Internationalen Frauentag auf die Rechte der Frauen und den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam gemacht.
Wir nehmen dieses bedeutsame Datum zum Anlass, ein Jahr lang vergangene Kämpfe um Gleichberechtigung und deren Protagonist*innen vorzustellen sowie das Schaffen aktueller Feminist*innen zu würdigen.