Wir sind online für Sie da! Nutzen Sie die Zeit und bilden Sie sich weiter: www.vhs.at/digital.
Blog

Adelheid Popp

In der Reihe: Feministische Geschichte in Bewegung

26.04.2021
Adelheid Popp | Quelle: Österreichische Nationalbibliothek

Adelheid Popp | 1869 – 1939

Kämpferin für Frauenrechte und Sozialistin

Kämpferin für Frauenrechte und Sozialistin. Ihr Lebensweg ist der einer Aufsteigerin: Von der Proletarierin zur Schriftstellerin und Parlamentarierin. Sie setzte sich mit all ihrer Kraft für die sozialen und rechtlichen Verbesserungen von Frauen der Arbeiter*innenklasse ein.

Adelheid Popp (geb. Dworak) wurde am 11. Februar 1869 in Inzersdorf bei Wien geboren.
Ihre Kindheit war von Armut, Hunger und Heimarbeit geprägt. Sie musste bald die Schule verlassen und bereits ab ihrem 13 Lebensjahr in der Fabrik arbeiten.
Ihre große Leidenschaft war das Lesen, das ihr eine andere Welt als die der Lohnabhängigen aufzeigte. Heimlich besuchte sie Parteiveranstaltungen der aufkeimenden Sozialdemokratie und trat bald der Partei bei.
1892 war Adelheid Popp Mitbegründerin der „Arbeiterinnen-Zeitung“ und 1893 Mitorganisatorin des dreiwöchigen Textilarbeiterinnenstreiks in Wien. Darüber hinaus machte sie Vortragsreisen und schrieb Artikel über das Arbeitsleid und die ungenügende Bildung der Arbeiterinnen. Sie forderte Bildung und Aufklärung für Frauen.

„Die Jugendgeschichte einer Arbeiterin“

1902 erfolgte gemeinsam mit Therese Schlesinger die Gründung des „Vereins sozialdemokratischer Frauen und Mädchen“, die gegen den Wunsch der Parteispitze erfolgte. In ihrem ersten Buch „Die Jugendgeschichte einer Arbeiterin“, das 1909 erschien, beschreibt sie – zunächst anonym – die damalige triste Situation. Sie erregte mit dieser Veröffentlichung großes Aufsehen. Das Buch wurde in 10 Sprachen übersetzt und hatte großen Einfluss auf die Rolle von Frauen in der Arbeiterbewegung.
1918 wurde sie Mitglied des Parteivorstandes der österreichischen Sozialdemokratischen Partei.

Von 1919 bis 1934 wirkte sie als Abgeordnete im österreichischen Parlament. Ihren Aufstieg verdankte sie ihrer Redegabe und ihrer Zähigkeit, sich auch gegen männliche Kollegen durchzusetzen.

Als Nachfolgerin Clara Zetkins wurde sie zudem Vorsitzende des Internationalen Frauenkomitees.
Bis zu ihrem Tode, am 7. März 1939 in Wien, blieb sie unermüdlich politisch tätig.
***
© 2014 Unlearned Lessons Women on the Rise, Ausstellungskatalog zum Grundtvig EU-Lernpartnerschaftsprojekt
Geschichten von und über Frauen wurden über Jahrhunderte unterdrückt, nicht erzählt, vergessen. Seit 1911 wird jährlich am 8. März, dem Internationalen Frauentag auf die Rechte der Frauen und den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam gemacht.
Wir nehmen dieses bedeutsame Datum zum Anlass, ein Jahr lang vergangene Kämpfe um Gleichberechtigung und deren Protagonist*innen vorzustellen sowie das Schaffen aktueller Feminist*innen zu würdigen.