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Auguste Fickert

In der Reihe: Feministische Geschichte in Bewegung

03.05.2021
Auguste Fickert | Quelle: Österreichische Nationalbibliothek

Auguste Fickert | 1855 – 1910

Pionierin der Frauenbewegung, Reformerin und Journalistin

Pionierin der Frauenbewegung, Reformerin und Journalistin. Sie setzte sich für eine Reihe von Frauenanliegen ein: Frauenwahlrecht, unentgeltlicher Schulunterricht, Frauen in den Staatsdienst, Aufhebung des Zölibats von Lehrerinnen u.v.m.
Als aktive Lehrerin handelte sie sich mit ihrer Kritik am Schulsystem mehrere Disziplinarverfahren ein.
"Der Kampf um das höchste Gut des menschlichen Daseins – das Ringen nach Erkenntnis." Auguste Fickert
1893 gründete sie den „Allgemeinen Österreichischen Frauenverein“, wo sie Repräsentantin des radikalen Flügels der sonst bürgerlichen Frauenbewegung war.
Damit es Frauen möglich war, ihre Ansprüche geltend zu machen, initiierte sie eine Rechtschutzstelle für Frauen.
Für den Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen arbeitete sie als Redakteurin der Zeitung "Das Recht der Frau" als Beilage der "Volksstimme".
1899 gründete sie mit Rosa Mayreder und Marie Lang die demokratisch-fortschrittliche Monatsschrift "Dokumente der Frauen".
Im selben Jahr übernahm sie auch die Organisation der erstmaligen Anstellung von Frauen in den Staatsdienst und setzte die Bildung weiblicher Berufsvertretungen und die Zulassung von Frauen zum Hochschulstudium durch.
Auguste Fickerts letztes Werk war die Errichtung der Bau- und Siedlungsgenossenschaft Heimhof zur Schaffung von Wohnhäusern mit zentraler Küche und Gemeinschaftsraum – zunächst für alleinstehende berufstätige Frauen – auf genossenschaftlicher Basis – das Einküchenhaus. Die Fertigstellung erlebte sie leider nicht mehr.
An die große österreichische Frauenrechtlerin erinnert ein vom Bildhauer Franz Seifert geschaffenes Denkmal (1929) im Türkenschanzpark in Währing.
Nach Auguste Fickert ist seit 1926 die Fickertgasse im 19. Bezirk in Döbling benannt.
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© 2014 Unlearned Lessons Women on the Rise, Ausstellungskatalog zum Grundtvig EU-Lernpartnerschaftsprojekt
Geschichten von und über Frauen wurden über Jahrhunderte unterdrückt, nicht erzählt, vergessen. Seit 1911 wird jährlich am 8. März, dem Internationalen Frauentag auf die Rechte der Frauen und den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam gemacht.
Wir nehmen dieses bedeutsame Datum zum Anlass, ein Jahr lang vergangene Kämpfe um Gleichberechtigung und deren Protagonist*innen vorzustellen sowie das Schaffen aktueller Feminist*innen zu würdigen.