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Rhonda D’Vine

In der Reihe: Feministische Geschichte in Bewegung

25.05.2021
Rhonda D’Vine | © Christopher Glanzl

Rhonda D’Vine

Feministin, Trans-Aktivistin, Informatikerin, Haiku-Poetin, Bloggerin

„In einer Welt, die uns sagt, wir sollten nicht existieren, ist es radikal, bewusst sichtbar zu sein.” Rhonda D’Vine
Rhonda D’Vine wuchs in Klosterneuburg und in Wien auf. Vor ca. 11 Jahren, nach der Geburt ihres Kindes, zog sie nach Wien – bezeichnenderweise lebt sie seit einigen Jahren in Trans-Danubien.

Freie Software – es geht um das Verbessern der Welt

An der TU Wien kam sie in Kontakt mit dem Thema der Freien Software. Der idealistische Grundsatz von Freier Software, „allumfassenden freien Zugang zu digitaler Partizipation zu haben und zu ermöglichen“, war ihr Antrieb in ihrer weiteren aktivistischen Arbeit.
„An Freier Software zu arbeiten ist ein extrem starkes politisches Statement. Es geht um das Verbessern der Welt, indem Software für alle verfügbar gemacht wird. Und ja, alle umfasst nicht nur weiße, cis, gesunde, hetero und männliche Personen, sondern auch alle anderen, so überraschend das auch erscheinen mag.” Rhonda D’Vine
Seit 22 Jahren arbeitet Rhonda D’Vine freiwillig und ehrenamtlich bei Debian, einer freien Linux-Distribution. Debian war auch die erste Community, in der sie sich als trans Frau outete.
Sie ist Mitbegründerin des Diversity-Teams innerhalb von Debian. Der ursprüngliche Ansatz war es, Sichtbarkeit für Personen außerhalb der cis/hetero-Normativität zu schaffen. Dem Team ist es aber ebenfalls wichtig, Diversity weiterzudenken – z.B. Räume zugänglicher/barriereärmer zu gestalten und einen Beitrag zur Ermächtigung von nicht-weißen Personen zu leisten. Auch Klassenaspekte werden analysiert und berücksichtigt (Zugang zu Internet, etc.).

Galaktische Begegnungen

2016 besuchte sie die Trans und Inter-Tagung in München. Die Begegnungen dort mit Menschen, die einfach zufrieden und authentisch in ihrem hier und jetzt waren, gab den Anstoß für ihr weiteres Engagement zur Verbesserung der Situation von trans Personen.
Nach der Tagung in München gründete sie mit weiteren Personen die Gender Galaxie – ein Vernetzungstreffen von und für nicht-binäre Personen.
Seit 2017 ist Rhonda D’Vine im Yella Yella des Que[e]rbau Seestadt tätig. Que[e]rbau ist ein Baugruppenprojekt, das Menschen, die ihren Lebensweg und Identität selbstbestimmt entwickeln und definieren in den Mittelpunkt rückt.
Im gleichen Jahr fand die erste European Lesbian* Conference (jetzt Eurocentralasian Lesbian* Community – EL*C) in Wien statt, wo Rhonda D’Vine im Organisations-Team mitarbeitete. Seit 1 ½ Jahren ist sie aktiv im Board der EL*C.

venib.at – Verein Nicht-Binär

2021 gründete sich aus dem Umfeld der Gender Galaxie der Verein venib.at – Verein Nicht-Binär. Venib versteht sich als Austauschort und Interessensvertretung für Menschen, die sich dem geschlechtlich nicht-binären Spektrum zuordnen und/oder sich außerhalb eines eindeutigen, determinierenden Zweigeschlechtermodell positionieren.
Aktuelle Themenschwerpunkte sind vor allem Queerhealth und der Zugang zum dritten Geschlecht. Ziel ist es, das Gesundheitssystem für nicht-binäre Personen zu verbessern und den Zugang zu Hormontherapie und Operationen abseits von binären Zuordnungen zu ermöglichen. Die Arbeitsgruppe Recht setzt sich für die Durchsetzung eines passenden Geschlechtseintrages ein, und das Aufbrechen der Pathologisierung von inter Personen im Erlass des Innenministeriums ein.
Rhonda D’Vine schreibt auf ihrem öffentlichen Facebook-Profil in unregelmäßigen Abständen unter anderem über die Themen Transgender, Haiku-Poetry, ihre Vorliebe für Musik und ihr Engagement im Debian-Projekt.
„Rein durch unsere Existenz brechen wir Geschlechterrollen und -stereotype auf.“ Rhonda D’Vine
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Geschichten von und über Frauen wurden über Jahrhunderte unterdrückt, nicht erzählt, vergessen. Seit 1911 wird jährlich am 8. März, dem Internationalen Frauentag auf die Rechte der Frauen und den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam gemacht.
Wir nehmen dieses bedeutsame Datum zum Anlass, ein Jahr lang vergangene Kämpfe um Gleichberechtigung und deren Protagonist*innen vorzustellen sowie das Schaffen aktueller Feminist*innen zu würdigen.

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