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Alexandra Kautzky-Willer

In der Reihe: Feministische Geschichte in Bewegung

09.06.2021
Alexandra Kautzky-Willer | © MedUni Wien / Matern

Alexandra Kautzky-Willer

Wissenschafterin und Medizinerin

Wissenschafterin und Medizinerin: Alexandra Kautzky-Willer wuchs in Wien auf und schloss 1988 ihr Medizinstudium an der Universität Wien mit der Promotion zur Doktorin der gesamten Heilkunde ab.
Seit 1991 ist sie an der Universitätsklinik für Innere Medizin III des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien tätig. Nach der Ausbildung zur Fachärztin für Innere Medizin mit Zusatzfach Endokrinologie und Stoffwechsel, habilitierte sie 1997 an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und wurde Universitätsdozentin für das Fach Innere Medizin.
1981 wurde sie Oberärztin der Universitätsklinik für Innere Medizin III. Seit 2018 leitet sie die Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel sowie die Organisationseinheit der Universitätsklinik für Innere Medizin III.

Erste Professorin für Gendermedizin in Österreich

Als erste Professorin für Gendermedizin in Österreich übernahm sie 2010 die Leitung des ersten postgraduellen Universitätslehrgangs für Gender Medicine in Europa.
Gendermedizin beschäftigt sich mit dem Faktor Geschlecht als Einflussgröße auf Erkrankungen sowie auf die medizinische Behandlung, Forschung und Prävention. Da in den Anfängen der medizinischen Wissenschaft Forschung fast ausschließlich an männlichen Leichen betrieben und dadurch die männliche Anatomie als Standard gesetzt wurde, zeigen sich die Auswirkungen der unzureichenden Erforschung frauenspezifischer Erkrankungen bzw. unterschiedlicher Diagnostiken auf die medizinische Versorgung von Frauen bis heute.
Seit 2014 gibt es an der der Medizinischen Universität Innsbruck (Leitung Margarethe Hochleitner) auch einen zweiten eigenen Lehrstuhl für Gendermedizin in Österreich.

Preisträgerin des Gabriele-Possanner-Staatspreises

2015 wurde Alexandra Kautzky-Willer mit dem mit 10.000 Euro dotierten Gabriele-Possanner-Staatspreis ausgezeichnet. Die Ehrung geht an Personen, deren wissenschaftliche Leistungen die Geschlechterforschung fördern. Der Preis wird seit 1997 alle zwei Jahre zum Gedenken an die erste Verleihung eines akademischen Grades an eine Frau durch eine Universität in Österreich vergeben. Mehr über Gabriele Possanner von Ehrenthal unter www.vhs.at/de/b/2021/05/31/gabrielepossannervonehrenthal.
Seit Oktober 2017 ist Alexandra Kautzky-Willer wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Gendermedizin in Gars am Kamp, einer Gesundheitseinrichtung der VAMED in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien.
Die Funktion der Obfrau der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin bekleidet Alexandra Kautzky-Willer seit 2013, die der Präsidentin der International Society of Gender Medicine seit 2017.
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Geschichten von und über Frauen wurden über Jahrhunderte unterdrückt, nicht erzählt, vergessen. Seit 1911 wird jährlich am 8. März, dem Internationalen Frauentag auf die Rechte der Frauen und den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam gemacht.
Wir nehmen dieses bedeutsame Datum zum Anlass, ein Jahr lang vergangene Kämpfe um Gleichberechtigung und deren Protagonist*innen vorzustellen sowie das Schaffen aktueller Feminist*innen zu würdigen.