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Drucktechniken in der Kunst

Die Kunst VHS bietet wieder zahlreiche Druck-Kurse, wie z.B. Lithografie, Siebdruck oder Hoch- und Tiefdruck an. Aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich?

06.07.2021
Eine Druckpresse.
Eine manuell bedienbare Druckpresse - so gelingt gleichmäßiger Farbauftrag.  | © VHS/Lena Horvath
Druckverfahren kann man nach mehreren Gesichtspunkten unterscheiden, z.B. nach dem Verhältnis, in dem die Druckelemente zur Druckform stehen: hier unterscheidet man Hoch-, Tief-, Flach- und Durchdruck.

Hochdruck

Hier stehen die Druckelemente, also das zu druckende Motiv, erhaben auf der Druckform. Bekanntes Beispiel für den Hochdruck ist der Buchdruck, wie er ursprünglich ausgeführt wurde. Heute werden Bücher übrigens im Offsetdruck hergestellt. Ein weiteres Beispiel für den Hochdruck ist der Linolschnitt. Hier wird das zu druckende Motiv mit einem scharfen Messer aus einer Linolplatte herausgeschnitten und die Druckfarbe mit einer Walze auf die erhabenen Flächen aufgetragen. Nun kann das Motiv auf Papier übertragen werden.

Tiefdruck

Im Unterscheid zum Hochdruck bilden die Druckelemente beimTiefdruck Vertiefungen auf der Druckform. Diese werden durch mechanische (z.B.ritzen) oder chemische (z.B. ätzen) Verfahren in die Druckform übertragen. Sodannwird die Farbe auf die Platte aufgetragen, in die Vertiefungen eingerieben undanschließend die Platte mit einem Papier „ausgewischt“. Das heißt die glattenstellen der Platte werden von der Farbe befreit. Nun sitzt die Farbe in den Vertiefungenund wird mit einem hohen Anpressdruck auf das tags zuvor befeuchtete Papierübertragen.

Flachdruck

Beim Flachdruck liegen die druckenden und nicht druckenden Bereiche auf einer Ebene. Hier macht man sich den chemischen Unterschied von Fett und Wasser zu nutze. Druckende Bereiche sind fettfreundlich, nicht druckende Bereiche werden mit Wasser befeuchtet und stoßen dadurch die fettreiche Druckerfarbe ab. Dabei werden die fettfreundlichen Bereiche z.B. mit Fettstiften, Tusche oder durch fotografische Verfahren aufgebracht. Zum Flachdruck zählen beispielsweise Steindruck (auch Lithographie genannt) und Offsetdruck.

Durchdruck

Eines der bekanntesten Durchdruckverfahren ist der Siebdruck. Hier wird die Druckerfarbe mit Hilfe einer Gummirakel (also eines speziellen Spachtels) durch ein feinmaschiges Gewebe auf den Bedruckstoffübertragen. Dabei ist das feinmaschige Gewebe in einen Rahmen gespannt, das Druckmotiv wird durch fotografische Verfahren auf das Gewebe aufgebracht, eine Schablone entsteht. Beim Druckvorgang selbst tritt die Druckfarbe nur an den freien Stellen durch das Druckgewebe. Mit Hilfe des Siebdrucks können flache Formen wie Textilien oder Papier ebenso bedruckt werden wie geformte Objekte, z.B. Flaschen, Vasen, Kunststoffbehälter. Je nach Material des zu bedruckenden Gegenstands wird die entsprechende Druckfarbe verwendet.

Die KVH

Seit nahezu 75 Jahren eint die Kunst VHS (KVH) Begegnung mit Kunst und Menschen. Neueinsteiger*innen und Fortgeschrittene, Künstlerpersönlichkeiten und Kunstbegeisterte treffen sich in der KVH. Theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Künsten aller Art stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Vom Workshop Beton, über Aquarellmalen, figuratives Modellieren, Töpfern, Zeichnen bis zur Nachtfotografie können Sie hier von Expert*innen lernen. Hier geht's zu den Kursen der KVH.