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Auguste Groner

In der Reihe: Feministische Geschichte in Bewegung

08.09.2021
Auguste Groner
Auguste Groner | © Österreichische Nationalbibliothek

Auguste Groner | 1850 - 1929

Pädagogin und Krimi-Schriftstellerin

Auguste Groner wurde zu ihrer Zeit schnell bekannt mit historischen und phantastischen Novellen, Heimat- und volkstümlichen Romanen, sowie Abenteuergeschichten für Jugendliche, nachdem ihr Ehemann, ein Verleger, sie zum Schreiben ermuntert hat. Besonders berühmt wurden sie aber mit ihren Kriminalromanen.
Auguste Groner schuf den ersten deutschsprachigen Seriendetektiv, Joseph Müller, einen empathischen und sozialen Mann, der sich für seine Mitmenschen interessiert und Mitgefühl für die Verlierer in der Gesellschaft zeigt. Der Polizeidetektiv der k.u.k. Monarchie als ermittelnde Hauptfigur zeigt sich in diesen Geschichten als würdiger kontinentaler Zeitgenosse des Sherlock Holmes, der zu etwa gleicher Zeit erschien. Auf dem Höhepunkt Ihrer Schriftstellerkarriere war sie beinahe populärer als Sir Arthur Conan Doyle, ihre Bücher wurden auch übersetzt, sie geriet später jedoch für lange Zeit in Vergessenheit. Dabei verband Auguste Groner literarisches Schaffen, mit pädagogischem, sozialem und feministischem Engagement
Der Verein Mörderischen Schwestern verleiht alle drei Jahre die „Goldene Auguste“ an verdiente Krimiautorinnen im deutschsprachigen Raum. Das Engagement des Vereins beschränkt sich aber nicht auf ehrenvolle Würdigung, sondern umfasst seit 25 Jahren ein breites Spektrum von Aktivitäten, um von Frauen verfasste Spannungsliteratur zu fördern: Das beinhaltet Buchprojekte, Nachwuchsinitiativen und Leseveranstaltungen. „Inzwischen sind wir auch politisch aktiv“, sagt Carola Christiansen, die amtierende Präsidentin der Mörderischen Schwestern. „Wir sind Gründungsmitglied im »Netzwerk Autorenrechte« und beteiligen uns aktiv an der »Initiative Urheberrecht«. So tragen wir zur öffentlichen Meinungsbildung, politischen Willensbildung und vor allem zum Schutz des Urheberrechts zugunsten kreativ schaffender Menschen bei.“ Damit ist nicht nur die individuelle Förderung von Autorinnen ein wichtiger Aspekt der Arbeit der Mörderischen Schwestern, sondern der aktive Beitrag zum Bestand und zur Weiterentwicklung der gesamten Literaturbranche, so Carola Christiansen.
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© 2014 Unlearned Lessons Women on the Rise, Ausstellungskatalog zum Grundtvig EU-Lernpartnerschaftsprojekt; 2021 überarbeitet für #feministischegeschichteinbewegung
Geschichten von und über Frauen wurden über Jahrhunderte unterdrückt, nicht erzählt, vergessen. Seit 1911 wird jährlich am 8. März, dem Internationalen Frauentag auf die Rechte der Frauen und den Kampf um Geschlechtergerechtigkeit aufmerksam gemacht.
Wir nehmen dieses bedeutsame Datum zum Anlass, ein Jahr lang vergangene Kämpfe um Gleichberechtigung und deren Protagonist*innen vorzustellen sowie das Schaffen aktueller Feminist*innen zu würdigen.