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Der mystische Realist

Marathonlesung: Jon Fosse 17./18. November

11.10.2023
Porträt von Jon Fosse
Zum 10. Mail heißt es: Wir lesen Nobelpreis | © St.Sebastian 

Zum 10. Mal heißt es in der VHS Hietzing: wir lesen Nobelpreis. Zwischen Freitag, 17. November und Samstag 18. November werden 30 Stunden nonstop aus dem Werk des Nobelpreisträgers Jon Fosse gelesen. Leserinnen und Leser können teilnehmen und vor Ort in der VHS Hietzing (Hietzinger Kai 131) mitlesen oder ein Video schicken.

Jon Fosse bezeichnet sich selbst als „mystischer Realist“ und er schreibt, um die Dunkelheit zu vertreiben. Er ist in einer Quäkerfamilie aufgewachsen und ist über die Musik zur Literatur gekommen. Als Jugendlicher hat er begonnen Liedtexte zu schreiben. Im deutschsprachigen Raum ist er vor allem als Dramatiker bekannt, so zum Beispiel mit dem Stück „Die Nacht singt ihre Lieder“. Der Roman „Melancholia I & II“ gilt als ein Schlüsselroman und handelt von einem begabten Außenseiter, dem Landschaftsmaler Lars Hertervig (1830 bis 1902). Zuletzt ist Jon Fosse besonders mit seinem Mammut-Prosawerk „Heptalogie“ hervorgetreten, das bei Rowohlt in der Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel erscheint. Bereits veröffentlicht wurden daraus „Der andere Name“ und „Ich ist ein anderer“. Die rast- und punktlose Reflexionsprosa führt, wie oft bei Fosse, auch in norwegische Landschaften und Szenerien seiner Herkunft.

Jon Fosse hat überdies wichtige Autoren der modernen Literatur ins Norwegische übersetzt, darunter Kafka, Bernhard, Handke und die Dramatikerin Sarah Kane.

In einem Interview für die "Frankfurter Rundschau" erklärt Jon Fosse, er schreibe nicht nach einem Plan. Wenn alles klappt, komme er in einen „Flow“, und dann schreibe sich alles wie von selbst. "Ich glaube, wir alle sind schon in einen solchen Flow geraten. Vielleicht nicht beim Schreiben, aber beim Laufen, beim Singen oder beim Zuhören und Zuschauen. Zu diesem Flow gehört das Glücksgefühl, in ihm zu sein."