Blog

Eine Bar für Eugenie

Robert Streibel kuratiert Ausstellung im Hotel Steigenberger

06.03.2024
Schülerinnen und Schüler in der Volksschule 
Schulklasse in der Schwarzwaldschule  | © Wiener Stadt- und Landesarchiv 
Das Steigenberger Hotel Herrenhof feiert den Internationalen Frauentag 2024 ab dem 8. März 2024 mit einer Reminiszenz an die Pionierin der Mädchenbildung: Eugenie Schwarzwald und zeigt dabei Teile der Ausstellung der VHS Hietzing.

In Bélas Wohnzimmer & Bar: mit einer kunstvollen Ausstellung, einer luxuriösen Tea Time à la Eugenie, mit Eugenies NOgroni und im ganzern Haus vor und hinter den Kulissen, getreu dem Motto der Vereinten Nationen 2024 zum Welt-Frauen-Tag: „Invest in Women: Accelerate Progress.

„lch möchte, dass die ganze Welt zu uns kommt, wenn sie hohe, reine Freuden genießen will, wenn sie sich bilden, erheben, seelisch bereichern will." formulierte einst Eugenie Schwarzwald, die im heutigen Steigenberger Hotel Herrenhof ab 1913 eines der ersten Mädchenrealgymnasium in Wien etablierte. Als Verfechterin der Koedukation war sie davon überzeugt, dass der gemeinsame Unterricht, die Mädchen klüger und die Jungen gesitteter machen würde. Selbst akademisch in Zürich gebildet, kämpfte Eugenie Schwarzwald viele Jahre unermüdlich dafür, dass Mädchen mehr lernen dürfen, als nur häkeln, stricken oder kochen.

Der Erfolg gab ihr recht. Bei ihr unterrichteten die Pioniere der Moderne, wie Oskar Kokoschka, Adolf Loos, Arnold Schönberg oder Edmund Bernatzik. Die Schwarzwaldschule im heutigen Herrenhof hat unzählige große Frauen geprägt wie zum Beispiel die Physikerin Elisabeth Bormann, die Psychoanalytikerinnen Sophie Freud und Else Pappenheim, die Schauspielerin Helene Weigel, die Schriftstellerin Maria Lazar und die Widerstandskämpferin Toni Lehr. Eugenies Salon wurde von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Paul Lazarsfeld, Robert Musil, Rainer Maria Rilke, Egon Friedell und der dänischen Schriftstellerin Karin Michaelis frequentiert.

Eugenies Vision einer modernen Pädagogik baute auf einem selbstbestimmten Lernen und der Mitbestimmung der Lernenden auf und vergaß nicht auf Empathie und Herzensbildung. Eugenie hielt regelmäßig Sprechstunden ab, die für viele Hilfesuchende eine Anlaufstelle waren.

Ausstellung kuratiert von Robert Streibel
Ab dem 8. März 2024 präsentiert das Steigenberger Hotel Herrenhof den ganzen Mänz lang in Bélas Wohnzimmer & Bar die vom Historiker Robert Streibel kuratierte Ausstellung zu Eugenie Schwarzwald und ihrem ungebrochenen Engagement rund um die Mädchenbildung. Handverlesene Fotografien und Bilder, Texte und ausgewählte Bücher - alles Leihgaben von Eugenie Schwarzwald-Experte Robert Streibel - freuen sich darauf, Gäste, Besucherinnen und Besucher in die Zeit von vor gut 110 Jahren zu entführen. Gemeinsam mit dem kulinarischen Angebot schaffen sie den Rahmen für eine inspirierende Zeitreise in die Welt jener Wiener Bohème, der Gleichberechtigung, Demokratie und soziale Gerechtigkeit ein Anliegen war.

Auch das kulinarische Programm ist auf Eugenie Schwarzwald abgestimmt. Da sie Antialkoholikerin war gibt es einen NOgroni, einen Negroni ohne Alkohol.
Personen auf einer Hotelterasse 
Eugenie Schwarzwald (links) mit Karin Michaelis (vorne links) und Peter Altenberg auf dem Semmering  | © Wiener Stadt- und Landesarchiv 
Mädchen trunen auf dem Dach 
Turnunterricht auf dem Dach in der Herrengasse  | © VHS Hietzing 
Ein Drink auf der Hotelbar
Eugenies NOgroni | © Hotel Steigenberger