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VHS Jugendparlament 2024

Politische Teilhabe hautnah erleben

20.05.2024
Gruppenfoto der Teilnehmer*innen des VHS Jugendparlaments am 3. Mai 2024
50 Jugendliche und junge Erwachsene haben beim diesjährigen Jugendparlament Fragen, Anliegen und Forderungen diskutiert. | © Niederkofler
Insgesamt 50 Jugendliche und junge Erwachsene aus Kursgruppen der Basisbildung, Brückenkursen und Pflichtschulabschlusslehrgängen der Wiener Volkshochschulen nahmen am diesjährigen Jugendparlament am 3. Mai teil und diskutierten mit Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr und LAbg. und GRin Nina Abrahamczik ihre Fragen, Anliegen und Forderungen.
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Partizipation möglich machen

Viele Kursteilnehmer*innen im Rahmen von LEVEL UP - Erwachsenenbildung haben keine oder nur eingeschränkte Möglichkeiten politischer Mitbestimmung. Neben formalen Hürden beim Wahlrecht, sind auch andere Zugänge zu politischer Teilhabe oft sehr hochschwellig. Hier setzt das Jugendparlament der VHS an.

„Teilnahme und Partizipation: Jeder von uns kann etwas verändern, wenn er nur will. Die jungen Teilnehmer*innen im Jugendparlament sind nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart unserer Gesellschaft. Die Themen, die hier besprochen werden, sind real: Es geht um die Wartezeit bei Ärzt*innen, Diskriminierung bei Jobs und Wohnungsvergabe und die Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Ausbildung und Kinderbetreuung. Wer etwas ändern will, muss aufstehen, seine Meinung sagen und sich dafür einsetzen. Im Jugendparlament ist das eine Selbstverständlichkeit!“, sagt Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr.

Themen, die bewegen

Schon im Vorfeld des Jugendparlaments haben sich die Kursteilnehmer*innen mit für sie relevanten Themen auseinandergesetzt. Ausgehend von den ganz persönlich bestimmenden Themen ihres Lebens erarbeiteten sie gemeinsam mit den Unterrichtenden politische Fragestellungen und Forderungen, die sich direkt auf ihre eigene Lebenswelt beziehen.

Die zentralen Themen Gesundheit, Arbeit & Bildung, Geld & Soziales sowie Gesellschaftlicher Zusammenhalt wurden am 3. Mai gemeinsam noch einmal bearbeitet und Fragen, Anliegen und Forderungen an politische Entscheidungsträger*innen formuliert.

„Die Themen, die die Teilnehmer*innen des VHS Jugendparlaments vorgestellt haben, spiegeln die Themen wieder, die uns als gesamte Gesellschaft beschäftigen. Gerade die Teuerung ist eine besonders große Herausforderung für junge Menschen. Ob Gesundheitsvorsorge, Jobperspektiven oder die Frage nach Möglichkeiten der Mitbestimmung, insbesondere wenn sie kein Wahlrecht haben – die eigenen Probleme zu benennen und mögliche Lösungen einzufordern, ist wichtig. Ich freue mich, dass das VHS Jugendparlament hier eine Gelegenheit bietet, miteinander in Austausch zu treten und Jugendliche sowie junge Erwachsene zu stärken“, meint LAbg. und GRin Nina Abrahamczik.
Jugendliche stehen vor einem Flipchart und diskutieren
Jugendliche erarbeiten Formulierungen an politische Entscheidungsträger*innen. | © Niederkofler

Gesundheit: Thema "Zwei-Klassen-Medizin"

  • Was kann Politik gegen eine 2 Klassenmedizin machen?
  • Kürzere Wartezeiten bei Ärzt*innen und im Krankenhaus
  • Mehr Personal für den Gesundheitsbereich und
  • Weitere Öffnung der Ausbildungswege in Gesundheit und Pflege
  • Dolmetsch für Ärzt*innen und im Krankenhaus
  • Mehr Kassenangebot für Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen
  • Leistbare Medikamente
  • Umweltschutz als Gesundheitsvorsorge
  • Mehr Sportangebote als Gesundheitsvorsorge

Arbeit und Bildung: Thema "Finanziell abgesichertes Leben"

  • Problem der finanziellen Absicherung während Ausbildungszeiten bis hin zur Matura
  • Zugang zu Kindergartenplätzen während Ausbildungszeiten
  • Lange Wartezeiten bei Deutschkursen
  • Diskriminierung am Arbeitsmarkt
  • Einfacherer Zugang zu Arbeit (Voraussetzungen, Ausbildungsanerkennung)
  • Stark ungleiche Entlohnung für verschiedene Berufsgruppen ist ungerecht
  • Religionsfreiheit am Arbeitsplatz
  • Gleiche Bezahlung und Gleichberechtigung von Männern und Frauen

Geld und Soziales: Thema "Inflation"

  • Wir brauchen billigere Wohnungen
  • Lebensmittel sind zu teuer geworden
  • Hohe Teuerung ist auch Grund für Schwarzarbeit
  • Noch mehr Unterstützung für Familien (teure Schulausflüge...)
  • Noch mehr öffentliches Angebot bei Wohnen, Kindergarten, Gesundheit...
  • Warum bezahlen wir Rundfunkgebühren?
  • Warum bekommen Teilnehmer*innen aus Basisbildung und PSA kein TOP-Jugendticket?

Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Thema "Respekt"

  • Schnellerer und einfacherer Zugang zur österreichischen Staatsbürgerschaft und
  • damit verbunden das Wahlrecht
  • Rassismus als Problem
  • Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit für Männer und Frauen
  • Religionsfreiheit
"Nicht selten wird der Jugend Politikverdrossenheit unterstellt. Wir erleben hingegen, dass sich junge Menschen viele Gedanken über die Gesellschaft machen. Ich möchte mich herzlich bei unseren Podiumsgäst*innen bedanken, dass sie diesen jungen Menschen die Chance geben, direkt mit der Politik in Austausch zu treten", betont VHS-Geschäftsführer, Herbert Schweiger.
Zwei Jugendliche stehen vor einem Flipchart und präsentieren Ergebnisse
Im Anschluss werden die definierten Fragestellungen präsentiert | © Niederkofler

Und darum geht es weiter

Für Herbst 2024 ist bereits das nächste Projekt der politischen Bildung in Vorbereitung. Rund um die Nationalratswahlen werden wir uns mit Möglichkeit und Unmöglichkeit politischer Beteiligung auseinandersetzen und nächstes Jahr sehen wir uns dann wieder: Beim nächsten VHS Jugendparlament.