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Schwarze Kunst oder doch nur schwarze Gummihandschuhe?

Drucktechniken in der Kunst VHS

10.07.2018
Prof. Mag. Wojciech Krzywoblocki in der Lithografiewerkstatt (c) KVH
Die Kunst VHS bietet ab Herbst wieder zahlreiche Druck-Kurse, wie z.B. Lithografie, Siebdruck oder Hoch- und Tiefdruck an. Aber was bedeuten diese Begriffe eigentlich?

Bevor wir einige der Druckverfahren erklären, noch ein Hinweis:

Ausstellung Druckfrisch

Aktuell sind Arbeiten aus unseren Druck-Kursen unter dem Titel „Druckfrisch“ im Haus zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Juli.

Tag der offenen Tür

Und: Am TAG DER OFFENEN TÜR am 23. September 2018 können Sie in der Kunst VHS zahlreiche Drucktechniken kennenlernen:

Offene Druckwerkstatt, 10-13 Uhr
Mag.a Christine Pirker führt verschiedene Drucktechniken wie Radierung und Hochdruck vor.

Siebdruck, 14-16 Uhr
Mit Ana Castro können Sie das Siebdruckverfahren kennenlernen und selbst ausprobieren.

Offene Lithowerkstatt, 14-17 Uhr

Hier können Sie Prof. Mag. Wojciech Krzywoblocki live bei der Arbeit in der Druckwerkstatt beobachten und Lithografie und Alugrafie kennenlernen.

Drucktechniken

Nun aber zu den unterschiedlichen Drucktechniken:

Druckverfahren kann man nach mehreren Gesichtspunkten unterscheiden, z.B. nach dem Verhältnis, in dem die Druckelemente zur Druckform stehen: hier unterscheidet man Hoch-, Tief-, Flach- und Durchdruck.

Hochdruck…

Hier stehen die Druckelemente, also das zu druckende Motiv, erhaben auf der Druckform. Bekanntes Beispiel für den Hochdruck ist der Buchdruck, wie er ursprünglich ausgeführt wurde. Heute werden Bücher übrigens im Offsetdruck hergestellt. Ein weiteres Beispiel für den Hochdruck ist der Linolschnitt. Hier wird das zu druckende Motiv mit einem scharfen Messer aus einer Linolplatte herausgeschnitten und die Druckfarbe mit einer Walze auf die erhabenen Flächen aufgetragen. Nun kann das Motiv auf Papier übertragen werden.

Tiefdruck…

Im Unterscheid zum Hochdruck bilden die Druckelemente beim Tiefdruck Vertiefungen auf der Druckform. Diese werden durch mechanische (z.B. ritzen) oder chemische (z.B. ätzen) Verfahren in die Druckform übertragen. Sodann wird die Farbe auf die Platte aufgetragen, in die Vertiefungen eingerieben und anschließend die Platte mit einem Papier „ausgewischt“. Das heißt die glatten stellen der Platte werden von der Farbe befreit. Nun sitzt die Farbe in den Vertiefungen und wird mit einem hohen Anpressdruck auf das tags zuvor befeuchtete Papier übertragen.

Flachdruck…

Beim Flachdruck liegen die druckenden und nicht druckenden Bereiche auf einer Ebene. Hier macht man sich den chemischen Unterschied von Fett und Wasser zu nutze. Druckende Bereiche sind fettfreundlich, nicht druckende Bereiche werden mit Wasser befeuchtet und stoßen dadurch die fettreiche Druckerfarbe ab. Dabei werden die fettfreundlichen Bereiche z.B. mit Fettstiften, Tusche oder durch fotografische Verfahren aufgebracht. Zum Flachdruck zählen beispielsweise Steindruck (auch Lithographie genannt) und Offsetdruck.

Durchdruck…

Eines der bekanntesten Durchdruckverfahren ist der Siebdruck. Hier wird die Druckerfarbe mit Hilfe einer Gummirakel (also eines speziellen Spachtels) durch ein feinmaschiges Gewebe auf den Bedruckstoff übertragen. Dabei ist das feinmaschige Gewebe in einen Rahmen gespannt, das Druckmotiv wird durch fotografische Verfahren auf das Gewebe aufgebracht, eine Schablone entsteht. Beim Druckvorgang selbst tritt die Druckfarbe nur an den freien Stellen durch das Druckgewebe. Mit Hilfe des Siebdrucks können flache Formen wie Textilien oder Papier ebenso bedruckt werden wie geformte Objekte, z.B. Flaschen, Vasen, Kunststoffbehälter. Je nach Material des zu bedruckenden Gegenstands wird die entsprechende Druckfarbe verwendet.