Infos zu unseren Covid-Sicherheitsmaßnahmen in den unterschiedlichen Kursen finden Sie hier.
Blog

ACTAL - Modul 2: Solidarisches Wirtschaften - Einblicke und Diskussionen über alternative Wirtschaftsformen

23.10.2020
Am 11. September 1973 wurde der Sozialismus unter Salvador Allende durch eine Diktatur und das erste neoliberale Regime weltweit ersetzt; es folgten viele weitere Länder Lateinamerikas. Die Diktaturen gingen, der Neoliberalismus blieb, bis in den 1990ern wieder zunehmend linke Regierungen an die Macht kamen. Deren erfolgreiche Armutsbekämpfung finanziert sich jedoch über einen Ressourcenausverkauf, wofür Natur sowie die Lebensräume von Indigenen zerstört werden, was starken Widerstand hervorruft. Neben diesen Spannungen, der Armut und Ungleichheit sowie Umweltzerstörung und Klimawandel bedrohen auch Finanz- und Währungskrisen den Kontinent – wie den Globalen Norden auch, welcher jedoch nach wie vor wesentlicher Verursacher dieser Probleme ist.

Gleichzeitig ist Lateinamerika reich an Debatten und Praktiken verschiedener alternativer Ansätze. Das Modul „Solidarisches Wirtschaften“ gibt Einblicke in jene gelebten Wirtschaftsformen Lateinamerikas, die von Bedürfnisorientierung ausgehen. Darüber hinaus wird im Zentrum stehen, wie Menschen in Europa damit zusammen wirken können.


Inhalte und Methodik
Mithilfe vielerlei Methoden, deren Wurzel educação popular selbst dem Kampf gegen die Diktaturen Lateinamerikas entstammt, setzen sich die Teilnehmer*innen insbesondere mit folgenden Fragen auseinander:
  • Welches Potenzial haben alternative Wirtschaftsformen?
  • Sind diese Ansätze eine Lösung anstehender sozialer und ökologischer Probleme, die aus dem vorherrschenden Wirtschaftssystem entstehen? Welche Hürden, Probleme, Konflikte und Grenzen gibt es?
  • Welchen Beitrag können verschiedenste Akteur*innen auf lokaler und regionaler Ebene – hier wie dort – leisten, um alternative Initiativen und Bewegungen zu stärken?
  • Was braucht es, um ein Buen Vivir, ein gutes Leben für alle, einschließlich der Mitwelt, zu ermöglichen?
  • Was müssten die verschiedensten Akteur*innen national und international (Regierungen sowie internationale Institutionen) tun, um eine nachhaltige Gesellschaft und ein nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen?
Lernziele
  • Auseinandersetzung mit der polit-ökonomischen Geschichte Lateinamerikas
  • Kennenlernen von Experimenten und neuen Formen ökonomischen Zusammenwirkens
  • Kennenlernen länderübergreifender Initiativen mit Bezug zum deutschsprachigen Raum
  • Auseinandersetzung mit alternativen Ansätzen in der Wirtschafts- und Handelspolitik als Basis für ein „soziales Wirtschaften
  • Rolle von und Bezüge zu Sozialen Bewegungen

Gast am Kamin / Stadtführung / Exkursion

Gast am Kamin: Bernhard Leuboldt (angefragt)

Koordinatorin
Dr. Friederike Habermann ist Ökonomin und Historikerin mit dem Schwerpunkt nichtkapitalistisches Wirtschaften und der Suche nach Wegen hin zum guten Leben für alle. Seit ihren ersten Büchern Chiapas und die Internationale der Hoffnung, u.a. mit Ulrich Brand, 1997, sowie Aus der Not eine andere Welt (2004) über die solidarische Ökonomie nach dem Finanzcrash in Argentinien stellt Lateinamerika einen Schwerpunkt ihres Wirkens als Autorin, Aktivistin und freie Akademikerin dar.

Datum & Veranstaltungsort:

Freitag, 23. Oktober 2020 von 14:00 bis 18:00 Uhr und 19:00 bis 21:00 Uhr - Österreichisches Lateinamerika-Institut, Schlickgasse 1, 1090 Wien, Europasaal
Samstag, 24. Oktober 2020 von 9:00 bis 17:00 Uhr - VHS Alsergrund, Galileigasse 8, 1090 Wien, 2.Stock, Raum 202

Über den Lehrgang ACTAL

Inhaltliche Leitung: Dr. Berthold Molden
Lehrgangskoordination: Ingrid Fankhauser, MA

Beratung/Anmeldung: Österreichisches Lateinamerika-Institut, Schlickgasse 1, 1090 Wien

Tel.+43 1 310 74 65 -16
E-Mail: ingrid.fankhauser@lai.at
https://www.vhs.at/de/e/lai/k/566537504

Gefördert durch das Netzwerk Wissenschaft der Arbeiterkammer Wien und der Stadt Wien Kultur.

Covid-19 Hygienemaßnahmen und Verhaltensregeln