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ACTAL-Modul 3: Es reicht! – ¡Basta ya! Widerstandsbewegungen aus Lateinamerika und ihre Vorbildrolle für Europa

11.12.2020
Seit Lateinamerika vor 500 Jahren unter europäische Herrschaft kam und damit in einen langen Globalisierungsprozess eintrat, haben sich dort besondere Verhältnisse zwischen Menschen, Staat und Wirtschaft entwickelt. Zusätzlich zu feudaler und kapitalistischer Ausbeutung wurden die lateinamerikanischen Gesellschaften durch Kolonialismus und Rassismus geprägt. Im Verlauf dieser Geschichte schufen Indigene, Bäuerinnen und Bauern und Arbeiter*innen verschiedene Formen des Widerstands gegenüber Ausbeutung und Elitenherrschaft. Manche davon – etwa die „Andere Welt“ von Porto Alegre oder die zapatistische Bewegung – haben auch in Europa Schule gemacht. Das Modul führt in die Geschichte von Protest-, Autonomie-, Aufstands-, Guerillabewegungen ein und zeigt ihre Bedeutung in der Gegenwart. Sein Schwerpunkt liegt auf Austausch- und Lernprozessen zwischen Lateinamerika und Europa.

Inhalte und Methodik
In einer Mischung aus Vortrag und Gruppenarbeit sowie anhand von verschiedenen Medien und Diskussionen mit Expert*innen und Aktivist*innen werden die Leitthemen anhand von Beispielen behandelt, z.B.:
  • Landarbeiter*innen-Organisationen und Landbesetzungen in Brasilien
  • Zapatistische Autonomie und indigener Widerstand in Mexiko
  • Systematische Opposition gegen die linke Regierung in Venezuela
  • Piqueter@s in Argentinien
  • Transnationaler Widerstand gegen die Freihandelsabkommen in Zentralamerika


Lernziele
  • Kennenlernen lateinamerikanischer Widerstandsbewegungen: Wogegen kämpfen sie und wie haben sie sich entwickelt?
  • Vergleiche mit – ähnlichen? – europäischen Prozessen
  • Analyse von Transfers politischer Praktiken zwischen Lateinamerika und Europa

Gast am Kamin: Carlos Toledo / Eva Dertschei: Erarbeitung eines fiktiven Forderungskatalogs und Protest-Workshop

Koordinator:
Dr. Berthold Molden lehrt Globalgeschichte an der Universität Wien. Sein Forschungsschwerpunkt sind die Beziehungen zwischen Lateinamerika, den USA und Europa seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Molden hat u.a. an der Sorbonne, der University of Chicago und den Universitäten von Toulouse und New Orleans gelehrt. Seit Oktober 2017 ist er Vorstandsmitglied des LAI.

Datum & Veranstaltungsort:

Freitag, 11. Dezember 2020 von 14:00 bis 18:00 Uhr und 19:00 bis 21:00 Uhr - Österreichisches Lateinamerika-Institut, Schlickgasse 1, 1090 Wien, Europasaal
Samstag, 12. Dezember 2020 von 9:00 bis 17:00 Uhr - VHS Alsergrund, Galileigasse 8, 1090 Wien, 2.Stock, Raum 202

Über den Lehrgang ACTAL

Inhaltliche Leitung: Dr. Berthold Molden
Lehrgangskoordination: Ingrid Fankhauser, MA

Beratung/Anmeldung: Österreichisches Lateinamerika-Institut, Schlickgasse 1, 1090 Wien

Tel.+43 1 310 74 65 -16
E-Mail: ingrid.fankhauser@lai.at
https://www.vhs.at/de/e/lai/bildung/actal

Gefördert durch das Netzwerk Wissenschaft der Arbeiterkammer Wien und der Stadt Wien Kultur.