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ACTAL - Modul 4: Natur und Lebensräume in Lateinamerika

15.01.2021
Die Natur in Lateinamerika ist gekennzeichnet durch eine große Vielfalt und außerordentliche Schönheit. Allerdings kann die Natur nicht getrennt von der Gesellschaft betrachtet werden. Die Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Dabei spielen soziale, wirtschaftliche und politische Aspekte (wie Globalisierung, Neo-Extraktivismus, Neoliberalismus oder Populismus) eine wichtige Rolle. In diesem Modul werden die sich verändernden gesellschaftlichen Naturverhältnisse auf drei Ebenen (je nach Grad der „Veränderung“ der Natur) betrachtet: von der unberührten Natur und dem Naturschutz, über die wirtschaftliche Ausbeutung der Natur bis hin zu den städtischen „naturlosen“ Räumen.

Inhalte und Methodik
Durch die Kombination von Vortragseinheiten und Kleingruppendiskussionen wird eine Vielfalt von Fällen analysiert und diskutiert. Kurze Texte und Videobeiträge dienen als Grundlage für die Diskussion und den Austausch.
Das Modul ist in drei Themenblöcke gegliedert:
Die „geschützte Natur“: in Lateinamerika gibt es zahlreiche Typen von Naturschutzgebieten. In diesem Themenblock werden einige Beispiele mit ihren Zielen aber auch kritischen Aspekten dargestellt.
Die „ausgebeutete Natur“: seit der Jahrtausendwende haben die Nutzung von Naturressourcen und die Agrarproduktion stark zugenommen. Anhand prägnanter Beispiele (vor allem aus dem Bergbau) werden die wichtigsten Merkmale der extraktiven Wirtschaft und die oft aus ihr resultierenden sozial-ökologischen Konflikte diskutiert.
Die „konstruierte Natur“: die Lebensräume von über 80 % der Bevölkerung in Lateinamerika sind urban geprägt. In diesem Themenblock werden klassische Umweltprobleme in den großen Städten sowie die sich aktuell verändernden Land-Stadt-Beziehungen untersucht.

Lernziele
Überblick über die wichtigsten Aspekte der Mensch-Umwelt-Beziehungen in Lateinamerika
Erkennen aktueller sozial-ökologischer Dynamiken in Lateinamerika und Einordnung dieser in einen globalen Rahmen
Erkennen, dass über die Analyse gesellschaftlicher Naturverhältnisse wichtige Einblicke in soziale, ökonomische und politische Prozesse gewonnen werden können

Gast am Kamin: Dr. Robert Hafner. Geograph, Experte für Mensch-Umwelt-Beziehungen und Umweltgerechtigkeit in Südamerika.

Koordinator:
Dr. Fernando Ruiz Peyré. Studium der Geographie in Mendoza (Argentinien) und Tübingen (Deutschland), Promotion in Geographie in Innsbruck (2014). Zwischen 2011 und 2020 Universitätsassistent am Institut für Geographie der Universität Innsbruck. Seit 2019 Post-Doc wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gebirgsforschung der ÖAW. Forschungsgebiete: Ländlicher Raum, Gebirgsforschung, Politische Ökologie, Ressourcengeographie, Mensch-Umwelt-Beziehungen, Nord-Süd-Beziehungen und Lateinamerikaforschung.

Rückschau
In der Rückschau wird vermittelt, wie das gewonnene Wissen zu Lateinamerika auf individueller Ebene, in Gruppen, Organisationen oder Unternehmen verinnerlicht und transformiert werden soll. In einem musikalischen und kulinarischen Lateinamerika-Ambiente werden die Teilnehmenden verabschiedet.

Datum & Veranstaltungsort:

Freitag, 15. Jänner 2021 von 14:00 bis 18:00 Uhr und 19:00 bis 21:00 Uhr - Österreichisches Lateinamerika-Institut, Schlickgasse 1, 1090 Wien, Europasaal
Samstag, 16. Jänner 2021 von 9:00 bis 17:00 Uhr - VHS Alsergrund, Galileigasse 8, 1090 Wien, 2.Stock, Raum 202

Über den Lehrgang ACTAL

Inhaltliche Leitung: Dr. Berthold Molden
Lehrgangskoordination: Ingrid Fankhauser, MA

Beratung/Anmeldung:
Österreichisches Lateinamerika-Institut, Schlickgasse 1, 1090 Wien

Tel. +43 1 310 74 65 -16
E-Mail: ingrid.fankhauser@lai.at
https://www.vhs.at/de/e/lai/bildung/actal

Gefördert durch das Netzwerk Wissenschaft der Arbeiterkammer Wien und der Stadt Wien Kultur.