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Die Aztek*innen: „Ohne Mais stirbt die Seele“. Mais im Zentrum von Ökonomie, Religion und Identität

23.02.2021
Vortrag von Patricia Zuckerhut im Rahmen der Vortragsreihe „Die Aztek*innen“

Dienstag, 23. Februar, 19:00 Uhr | Online
„Ohne Mais stirbt die Seele“, sagt ein Nahua-Ritualist der Sierra Norte (Mexiko) und bringt damit ein Grundprinzip indigener mesoamerikanischer Identität zum Ausdruck. Mais spielt eine zentrale Rolle in der Ökonomie wie auch der Religion. Mais ist die Quelle des Lebens und die gemeinsame Essenz zwischen Pflanze und Mensch. Für Nahua ist Mais ein Geschenk von Sentiopil (Christus) an die Menschen, das sie täglich in Form von Tortillas konsumieren. Die Fähigkeit, Tortillas herzustellen, ist eine wesentliche Voraussetzung für eine Frau, um heiraten zu können und gleichzeitig ein wesentliches Merkmal der erwachsenen Frau an sich. Ein eigenes Maisfeld zu haben, kennzeichnet hingegen den erwachsenen Mann.
Im Vortrag von Patricia Zuckerhut wird auf die Bedeutung des Maises bei Nahuat-sprachigen Menschen in Mexiko mit starken Bezügen auf die vorkoloniale Vergangenheit eingegangen, ebenso wie auf seine Verankerung im indigenen mesoamerikanischen Weltbild. Der Fokus des Vortrages liegt dabei in den Geschlechterbeziehungen und gewährt einen interessanten Einblick in die Facetten dieser bedeutungsvollen mexikanischen Hochkultur.

Priv.Doz.in Dr.in Patricia Zuckerhut, Senior Lecturer am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, war Leiterin des Interdisziplinären Universitätslehrgangs für Höhere Lateinamerika-Studien der Universität Wien. Mitglied der Forschungsgruppe „Geschlecht – Macht – Kultur: Anthropologische Perspektiven?“ Mitarbeit im Forschungsverbund „Lateinamerikaforschung“ an der Universität Wien.
Teilnahme: frei 
Anmeldung: info@weltmuseumwien.at oder office@lai.at