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Die Aztek*innen: Indigenismus und die Paradoxien der Patrimonialisierung des Aztekischen

23.03.2021
Online-Vortrag von Diego Freudenthaler im Rahmen der Vortragsreihe „Die Aztek*innen“.

Dienstag, 23. März, 19:00 Uhr
Seitdem der „Indigenismus” die Überreste der aztekischen Zivilisation von einer Ansammlung archäologischer Fundstücke in ein Fundament der Nation transformierte, sind insbesondere die Nahuatl-sprachigen Indigenen Mexikos mit grundlegenden Widersprüchen konfrontiert. Als lebende „Wurzeln“ sind sie sowohl zeitgenössische Nachkommen der „Azteken*innen“ als auch historisches „Kulturerbe“ der mestizischen Mehrheitsbevölkerung. Für viele Nahua bedeutet dies Bürde und Kapital zugleich: das Kapital, eine Differenz beanspruchen zu können, welche sie im Herzen der Nation positioniert und die Bürde, einem stilisierten Bild der „authentischen Aztek*innen“ entsprechen zu müssen. Der Vortrag thematisiert einige dieser Ambivalenzen, welche nach wie vor die Position heutiger Indigener prägen.

Mag. Diego Freudenthaler, Masterabsolvent am Institut für Kultur - und Sozialanthropologie der Universität Wien. Er erforscht die Schnittstelle zwischen Identität, Politik, und Ökonomie in den „small spaces of life“ wie auch in größeren historischen Formationen Mexikos, mit besonderen Fokus auf die Beziehung zwischen Indigenen und Mestizen*innen.
Die Vortragsreihe ist eine Kooperation des Österreichischen Lateinamerika-Instituts und dem Weltmuseum Wien.
Teilnahme: frei 
Anmeldung: info@weltmuseumwien.at oder office@lai.at