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Vortragsreihe „Junge Wissenschaft“ - Young Science

Im Fokus „Lateinamerika“

06.10.2021
Lateinamerika ist seit der Kolonialzeit ein wichtiger Rohstofflieferant, was das Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaften nachhaltig geprägt hat. Länder der Region liefern Ressourcen, die für die Herstellung von Produkten des täglichen Gebrauches im globalen Norden, beispielsweise E-Autos und Handys, benötigt werden. Auch viele bei uns im Supermarkt erhältliche Lebensmittel werden aus Zentral- und Südamerika importiert. Durch die steigende Nachfrage und das boomende Geschäft der Agrarexporte hat sich in den Produktionsländern die Landnutzung grundlegend verändert: immer mehr Waldflächen, oft indigene Territorien, und diversifizierte Agrarsysteme werden in Monokulturen verwandelt. Dies hat nicht nur ökologische, sondern auch soziale, kulturelle und politische Auswirkungen, ruft Konflikte hervor und verändert die Machtverhältnisse.

Die Vortragsreihe widmet sich dem konfliktiven Themen der Landnutzung, der sozio-ökologischen Herausforderungen sowie der politischen und ökonomischen Dynamiken des Rohstoffabbaus. Anhand von Fallbeispielen werden die Auswirkungen agrarindustrieller Produktionsregime aufgezeigt, konkrete Konflikte thematisiert aber auch institutionelle Errungenschaften und lokale Alternativen sozialer Bewegungen und kommunale Verteidigungsstrategien vorgestellt.
Mit der neuen Reihe „Junge Wissenschaft“ bietet die VHS jungen Wissenschafter*innen, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen, die Chance, ihre Forschungsergebnisse und Erkenntnisse einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Wiener Bevölkerung erhält im Gegenzug Einblick in die junge österreichische Forschungslandschaft und lernt Forscher*innenpersönlichkeiten kennen.
Mit der neuen Reihe„Junge Wissenschaft“bietet die VHS jungen Wissenschafter*innen, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen, die Chance, ihre Forschungsergebnisse und Erkenntnisse einem breiten Publikum zu präsentieren. Die Wiener Bevölkerung erhält im Gegenzug Einblick in die junge österreichische Forschungslandschaft und lernt Forscher*innenpersönlichkeiten kennen.

Die Vortragsreihe "Junge Wissenschaft" findet inKooperationmit der VHS Landstraße und dem Institut für Internationale Entwicklung sowie dem Forschungsverbund Lateinamerika am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien statt.

Verteidigung indigener Territorien in Mexiko

6. Oktober 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | VHS Landstraße
„Megaprojekte“ bedrohen indigene Territorien weltweit. Sievereinnahmen Gemeingüter und verhindern Souveränität und Lebensweisen indigener Gruppen, die essenziell für das ökologische Gleichgewicht der Welt sind. Anhand der Verteidigung gegen das staatliche Infrastrukturprojekt „Tren Maya“ behandelt der Vortrag die Problematik.

Eva Befeldt, MA

Kein Ort zum Bleiben - interne Vertreibung in El Salvador

27. Oktober 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | Webinar
Vertreibung durch Gewalt ist ein komplexes und vielschichtiges Phänomen. Die Situation in El Salvador, wo nach Schätzungen im Jahr 2019454.000 Personen von interner Vertreibung durch Gewalt betroffen waren, zeigt wie die organisierte Kriminalität (trans-/ nationale Banden) und das generell hohe Gewaltniveau zur Bedrohung des Lebens werden. Die Corona-Pandemieverstärkt diese Dynamik noch. Eigene Überlebensstrategien der Betroffenen und zivilgesellschaftliche Bemühungen sichern in dieser Situation oftmals das Leben. Nur Schrittweise kommen staatliche Maßnahmen zur Unterstützung auf.

Gabriel Tober, BSc

Regenwald-Zerstörung durch unser Konsumverhalten

3. November 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | Webinar

Internationaler Handel macht den Raubbau, den unsere ressourcenintensive Lebensweise anderswo verursacht, unsichtbar. Am Beispiel der Tropenwaldzerstörung u.a. der Regenwälder im Amazonasgebiet zeigt dieser Vortrag auf, wie wohlhabende Gesellschaften die negativen sozialen und ökologischen Folgen ihres Konsums in ärmere Weltregionen verlagern.

Daniel Gusenbauer, MSc

Kupferabbau und Garnelenzucht in Südamerika. Grenzen und Konflikte

17. November 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | Europasaal, LAI
Gesellschaften und Natur in Südamerika sind vom Abbau und Export von Rohstoffen für Autos, Handys oder Nahrungsmittel geprägt. Während Rohstoffe teilweise zu einer dynamischen Wirtschaft und Armutsreduzierung beigetragen haben, haben Umweltverschmutzung, Zerstörung von Lebensräumen und sozio-ökologische Konflikte drastisch zugenommen. Basierend auf unserer Forschung zu Ecuador und Peru geben wir Einblicke in diese widersprüchlichen Dynamiken und in Konflikte in Zusammenhang mit Shrimpsfarmen und Kupferabbau.

Valerie Lenikus, BA BA MA, Politikwissenschafterin, ist DOC-team-Stipendiatin der ÖAW und forscht zu (Agrar-) Extraktivismus in Bolivien und Ecuador.
Mag.a Anna Preiser, BSc ist Universitätsassistentin (Prae-Doc) am Institut für Politikwissenschaft an der Universität Wien und forscht zu Ressourcen- und Umweltpolitik im peruanischen Bergbausektor. Beide wirken beim Forschungsverbund Lateinamerika mit.

Sozio-ökologische Kämpfe in Lateinamerika

1. Dezember 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | Europasaal, LAI
Im Vortrag werden die sozio-ökologischen Herausforderungen und die Rolle von "Kommunalitäten" thematisiert, also das Denken und die Praxis des organisierten Zusammenlebens, welche viele Territorien in Lateinamerika, insbesondere in Mexiko, betreffen. Es wird analysiert, wie die jahrhundertelange Enteignung und Ausbeutung der Natur in indigenen Gebieten zu verschiedenen Formen von Verteidigung und Selbstbestimmung des kommunitären Lebens geführt haben.

Lic. Lorena E. Olarte, MA, aus Mexiko, Fellow und Lektorin an der Universität Wien. Master in Sustainable Development-Institut für politische Studien Paris-Sciences Po, Studium Kommunikationswissenschaft/UNAM und NGO-Management/Tec de Monterrey.

Landnutzung im Anden-Amazonas Raum

12. Jänner 2022 | 18:30 - 20:00 Uhr | Europasaal, LAI
Bananen, Kakao, Soja, Avocados – viele der Lebensmittel, die wir in Österreich im Supermarkt kaufen, werden aus Südamerika importiert. Durch die steigende Nachfrage und das boomende Geschäft der Agrarexporte verändert sich in den Produktionsländern die Landnutzung der lokalen Bevölkerung. Tamara Artacker und Marie Jasser gehen der Frage nach, wie diese Landnutzungsänderungen im Anden-Amazonas Raum stattfinden und was sie für lokale Bevölkerungsgruppen bedeuten.

Tamara Artacker, MA und Marie Jasser, MA sind Stipendiatinnen der ÖAW (DOC-team). Sie forschen an der Boku und dem Instituto de Estudio Ecuatorianos bzw. an der Universität Wien zu ländlichem Wandel, Agrarindustrie und Landkonflikten in Ecuador und Bolivien.