Blog

ACTAL - Modul 3: Es reicht! – ¡Basta ya! Widerstandsbewegungen aus Lateinamerika und ihre Vorbildrolle für Europa

Weiterbildungsreihe des LAI

20.05.2022
Seit Lateinamerika vor 500 Jahren unter europäische Herrschaft kam und damit in einen langen Globalisierungsprozess eintrat, haben sich dort besondere Verhältnisse zwischen Menschen, Staat und Wirtschaft entwickelt. Zusätzlich zu feudaler und kapitalistischer Ausbeutung wurden die lateinamerikanischen Gesellschaften durch Kolonialismus und Rassismus geprägt. Im Verlauf dieser Geschichte schufen Indigene, Bäuerinnen und Bauern und Arbeiter*innen verschiedene Formen des Widerstands gegenüber Ausbeutung und Elitenherrschaft. Manche davon – etwa die „Andere Welt“ von Porto Alegre oder die zapatistische Bewegung – haben auch in Europa Schule gemacht. Das Modul führt in die Geschichte von Protest-, Autonomie-, Aufstands-, Guerillabewegungen ein und zeigt ihre Bedeutung in der Gegenwart. Ein Schwerpunkt liegt unter anderem auf Austausch- und Lernprozessen zwischen Lateinamerika und Europa.
20. - 21. Mai 2022

Freitag von 13:00 bis 19:30 Uhr und Samstag 10:00 bis 18:00 Uhr
Kursort: VHS Alsergrund, Galileigasse 8, 1090 Wien

Inhalte und Methodik

In einer Mischung aus Vortrag und Gruppenarbeit sowie anhand von verschiedenen Medien (Videos, Textanalyse) und Diskussionen mit Expert*innen und Aktivist*innen werden die Leitthemen anhand von Beispielen behandelt, z.B.:
  • Landarbeiter*innen-Organisationen und Landbesetzungen in Brasilien
  • Zapatistische Autonomie und indigener Widerstand in Mexiko
  • Systematische Opposition gegen die linke Regierung in Venezuela
  • Piqueter@s in Argentinien
  • Transnationaler Widerstand gegen die Freihandelsabkommen in Zentralamerika

Lernziele

  • Kennenlernen lateinamerikanischer Widerstandsbewegungen: Wogegen kämpfen sie und wie haben sie sich entwickelt?
  • Vergleiche mit – ähnlichen? – europäischen Prozessen
  • Analyse von Transfers politischer Praktiken zwischen Lateinamerika und Europa

Koordinator

Dr. Berthold Molden lehrt Globalgeschichte an der Universität Wien. Sein Forschungsschwerpunkt sind die Beziehungen zwischen Lateinamerika, den USA und Europa seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Molden hat u.a. an der Sorbonne, der University of Chicago und den Universitäten von Toulouse und New Orleans gelehrt. Vorsitzender des Fördervereins LAI.