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Buchpräsentation "Der Fall Colonia Dignidad – Zum Umgang bundesdeutscher Außenpolitik und Justiz mit Menschenrechtsverletzungen 1961-2020"

08.06.2022
Die Wahl von Gabriel Boric vom linken Wahlbündnis Aprueba Dignidad zum neuen Präsidenten von Chile im März 2022 und die Erarbeitung einer neuen Verfassung, die jene aus der Pinochet-Diktatur ablösen soll, bedeuten für Chile einen Bruch mit der eigenen dunklen Vergangenheit. In diese gehört auch die von deutschen Staatsbürger*innen gegründete Siedlung Colonia Dignidad. In ihr wurden zwischen 1961 und 2005 Gruppenmitglieder ausgebeutet und misshandelt. Ab 1973 war die Siedlung ein Haft- und Tötungslager für politische Gefangene der Pinochet-Diktatur und Produktions- und Umschlagplatz für Waffen. Medien und Menschenrechtsorganisationen berichteten früh, das Auswärtige Amt und die bundesdeutsche Justiz schritten jedoch nicht angemessen ein. In seinem Buch "Der Fall Colonia Dignidad – Zum Umgang bundesdeutscher Außenpolitik und Justiz mit Menschenrechtsverletzungen 1961-2020" rekonstruiert Jan Stehle die Verbrechen, analysiert das Verhalten bundesdeutscher Außenpolitik und Justiz und diskutiert die Mitverantwortung von Bundesbehörden für die Menschenrechtsverletzungen der Colonia Dignidad sowie die sich daraus ableitenden Aufarbeitungsnotwendigkeiten.
Jan Stehle, Politikwissenschaftler und Ökonom FU Berlin, Mitarbeiter des Forschungs- und Dokumentationszentrums Chile-Lateinamerika (FDCL), Berlin.
8. Juni 2022, 16:15 - 17:45 Uhr
Alois Wagner Saal, C3-Centrum für Internationale Entwicklung, Sensengasse 3, 1090 Wien

Moderation: Kristina Dietz
Eine Veranstaltung des Instituts für Internationale Entwicklung in Kooperation mit dem Forschungsverbund Lateinamerika der Universität Wien, der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung und dem Österreichischem Lateinamerika-Institut

Anmeldung unter: studienassistenz.ie@univie.ac.at
Buchcover  | © Jan Stehle