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ACTAL - Modul 4: Natur und Lebensräume in Lateinamerika

Weiterbildungsreihe des LAI

10.06.2022
Die Natur in Lateinamerika ist gekennzeichnet durch eine große Vielfalt und außerordentliche Schönheit. Allerdings kann die Natur nicht getrennt von der Gesellschaft betrachtet werden. Die Beziehungen zwischen Gesellschaft und Natur haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Dabei spielen soziale, wirtschaftliche und politische Aspekte (wie Globalisierung, Neo-Extraktivismus, Neoliberalismus oder Populismus) eine wichtige Rolle. In diesem Modul werden die sich verändernden gesellschaftlichen Naturverhältnisse auf drei Ebenen (je nach Grad der „Veränderung“ der Natur) betrachtet: von der unberührten Natur und dem Naturschutz, über die wirtschaftliche Ausbeutung der Natur bis hin zu den städtischen „naturlosen“ Räumen.
10.-11. Juni 2022
Freitag von 13:00 bis 19:30 Uhr und Samstag 10:00 bis 18:00 Uhr
Kursort: VHS Alsergrund, Galileigasse 8, 1090 Wien
© Unsplash/Willian Justen de Vasconcellos

Inhalte und Methodik

Durch die Kombination von Vortragseinheiten und Kleingruppendiskussionen wird eine Vielfalt von Fällen analysiert und diskutiert. Kurze Texte und Videobeiträge dienen als Grundlage für die Diskussion und den Austausch. Das Modul ist in drei Themenblöcke gegliedert:
  • Die „geschützte Natur“: in Lateinamerika gibt es zahlreiche Typen von Naturschutzgebieten. In diesem Themenblock werden einige Beispiele dargestellt.
  • Die „ausgebeutete Natur“: seit der Jahrtausendwende haben die Nutzung von Naturressourcen und die Agrarproduktion stark zugenommen. Anhand prägnanter Beispiele (vor allem aus dem Bergbau) werden die wichtigsten Merkmale der extraktiven Wirtschaft und die oft aus ihr resultierenden sozial-ökologischen Konflikte diskutiert.
  • Die „konstruierte Natur“: die Lebensräume von über 80 % der Bevölkerung in Lateinamerika sind urban geprägt. In diesem Themenblock werden klassische Umweltprobleme in den großen Städten sowie die sich aktuell verändernden Land-Stadt-Beziehungen untersucht.

Lernziele

  • Überblick über die wichtigsten Aspekte der Mensch-Umwelt-Beziehungen in Lateinamerika
  • Erkennen aktueller sozial-ökologischer Dynamiken in LA und Einordnung dieser in einen globalen Rahmen
  • Erkennen, dass über die Analyse gesellschaftlicher Naturverhältnisse wichtige Einblicke in soziale, ökonomische und politische Prozesse gewonnen werden können

Koordinator

Dr. Fernando Ruiz Peyré. Studium der Geographie in Mendoza (Argentinien) und Tübingen (Deutschland); Promotion in Geographie in Innsbruck (2014). 2011 -2020 Universitätsassistent am Institut für Geographie der Universität Innsbruck, seit 2020 wissenschaftlicher Mitarbeiter ÖAW. Forschungsgebiete: Ländlicher Raum, Ressourcen (Bergbau), Mensch-Umwelt-Beziehungen, Politische Ökologie, Nord-Süd-Beziehungen und Lateinamerikaforschung.