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Vortragsreihe ¡La madre tierra no se vende!

Der Kampf von Indigenen gegen Ökozide und für den Erhalt ihrer Territorien in Lateinamerika.

10.11.2022
Traditionelles Wissen und gewohnheitsrechtliche Formen der Bewirtschaftung spielen eine tragende Rolle zur Wahrung von biologischer Vielfalt und Klimastabilität. Es ist kein Zufall, dass die intaktesten Ökozonen der Erde vielfach mit verbleibenden Territorien indigener Völker zusammenfallen. In der Vortragsreihe wird anhand lateinamerikanischer Beispiele der widersprüchliche Umgang von Umwelt- und Wirtschaftspolitik mit den “Hüter*innen der Erde” aufgezeigt.
Dr. René Kuppe ist Jurist, Kulturanthropologe und pensionierter Universitätsprofessor. Er beschäftigt sich mit Rechtsfragen indigener Völker und ethnischer Minderheiten und arbeitete als internationaler Konsulent bei Gesetzgebungsvorhaben und der Implementierung von Landrechten indigener Völker Lateinamerikas.
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Wenn der letzte Baum gefällt wird

10. November 2022 | 18:30 - 20:00 Uhr | Online-Workshop
Besonders in Brasilien hat die Regenwaldzerstörung in den letzten Jahren dramatische Ausmaße angenommen. Im Vortrag werden die Hintergründe und Entwicklungen dieses Ökozids und dessen Verquickung mit organisierter Kriminalität aufgezeigt. Die spektakulären Widerstandsformen der mit dem Regenwald verbundenen Völker und Unterstützungsorganisationen sind mittlerweile in der ganzen Welt bekannt.

Die zweifachen Opfer des Klimawandels

15. Dezember 2022 | 18:30 - 20:00 Uhr | Online-Workshop
Indigene Völker sind nicht nur von den physischen Auswirkungen des vom Menschen gemachten Klimawandels betroffen. Sie sehen sich in besonderer Weise auch als Betroffene einer globalen Politik, durch welche Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die mit der kolonialen Lebensweise des globalen Nordens zusammenhängen, besonders zu ihren Lasten umgesetzt werden. Im Vortrag wird analysiert, inwieweit indigene Akteur*innen Antworten “von unten" auf die globale Klimapolitik entwickeln und dafür Gehör finden können.

Menschenleere Wildnis?

26. Jänner 2023 | 18:30 - 20:00 Uhr | Online-Workshop
Zur Zeit laufen auf internationaler Ebene Verhandlungen, denen zufolge bis zum Jahre 2030 ein Drittel der terrestrischen und marinen Flächen unseres Planeten als Naturschutzgebiete ausgewiesen werden sollen. Indigene Völker sehen dieses Naturschutzziel ambivalent -  traditionelle Bewohner*innen von Schutzgebieten werden ausgesiedelt, ihre hergebrachte Lebensweise sogar kriminalisiert. Gerade in Lateinamerika wird aber zunehmend auch der wichtige Beitrag indigener Völker zum Naturschutz anerkannt. Anhand von Beispielen aus dem ganzen Kontinent werden widersprüchliche Erfahrungen vorgestellt.