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Themenschwerpunkt: Imperiale Lebensweise

Wenn eine Handvoll Menschen so viel besitzt, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, die Anzahl aller Fluginsekten in den letzten 30 Jahren um 75 % reduziert wurde und immer mehr Rohstoffe im globalen Süden auf Kosten von Mensch und Umwelt ausgebeutet werden, dann läuft etwas grundlegend schief. Woran liegt es, dass sich sowohl soziale Ungleichheiten als auch die Umwelt- und Klimakrise weiter zuspitzen, obwohl es kaum an Wissen darüber fehlt?

Vortrag: Imperiale Lebensweise

22. April 2021 | 18:30 Uhr | Online
Immer mehr Menschen – im globalen Norden und zunehmend im globalen Süden – vermehren ihren Wohlstand auf Kosten anderer. Es ist vor allem unser Konsumverhalten, das sich überproportional ökologischer und sozialer Ressourcen andernorts bedient. Diese Ausbeutung von Mensch und Natur schreitet trotz der Appelle für Nachhaltigkeit und grüne Strategien in besorgniserregender Geschwindigkeit voran.
Ulrich Brand, Co-Autor des Bestsellers „Imperiale Lebensweise – zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus“, analysiert in seinem Vortrag die Ursachen der imperialen Lebensweise, beleuchtet ihre zerstörerischen Wirkungen und zeigt gleichzeitig Wege zu ihrer Überwindung auf. Seine Analyse konzentriert sich dabei auf Lateinamerika.
Prof. Dr. Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik an der UNI Wien, zahlreiche Forschungsaufenthalte in Lateinamerika. Seit September 2020 leitet Brand den „Forschungsverbund Lateinamerika“ am Institut für Politikwissenschaft/UNI Wien.
Video-Beitrag "Buchtipp: "Imperiale Lebensweise" auf 3Sat:
https://www.3sat.de/wissen/scobel/buchtipp-imperiale-lebensweise-100.html
Preis: 6,- € | Mit Science-Card gratis!

Workshopreihe: Imperiale Lebensweise

Eine Workshopreihe des LAI in Kooperation mit der Werkstatt für Klima, Arbeit und Zukunft (KAUZ).
In dieser Worshopreihe werden anhand des Konzepts der „Imperialen Lebensweise“ (Wissen/Brand, 2017) die systemischen Wurzeln der aktuellen Krisen und Ungleichheiten ergründet. In verschiedenen interaktiven Übungen wird dies mit praktischen Beispielen und den eigenen (Alltags-)Erfahrungen verknüpft. Ein Fokus liegt dabei auf den Auswirkungen der „Imperialen Lebensweise“ auf Lateinamerika.

Basisworkshop
Die Imperiale Lebensweise: Auf Kosten Anderer?

Achtung neuer Termin!
2. Juni 2021 | 18:00 - 20:30 Uhr
Im Workshop „Auf Kosten Anderer?“ wollen wir die Art und Weise, wie wir leben und wirtschaften aus der Perspektive der imperialen Lebens- und Produktionsweise beleuchten. Das Konzept der „Imperialen Lebensweise“ versucht zu erklären, warum das vorherrschende Gesellschaftssystem so stabil ist, obwohl dessen Mängel angesichts der sich verschärfenden Klimakrise und den weltweiten sozialen Missständen offensichtlich sind. Dieses Dilemma kann nur aufrechterhalten werden, indem die Kosten der imperialen Lebensweise mit einer großen Selbstverständlichkeit auf nachfolgende Generationen und andere Regionen dieser Welt ausgelagert werden. Im Workshop werden diese Zusammenhänge insbesondere an den Fallbeispielen der Ausbeutung von Rohstoffen und Sorge-Arbeiter*innen dargestellt.

Der Workshop ist interaktiv gestaltet. Die Teilnehmer*innen werden eingangs mit dem Konzept der „Imperialen Lebensweise“ vertraut gemacht und erforschen im Anschluss gesellschaftliche Ansatzpunkte für einen tiefgreifenden Wandel in Richtung solidarischer Lebensweisen.
Preis: 12,- €

Erweiterungsworkshop
Kartierung der Imperialen Lebensweise: Den Wald vor lauter Bäume nicht sehen

16. Juni 2021 | 18:00 - 20:30 Uhr
Unser Leben und Arbeiten findet in einem System statt, das die imperiale Lebensweise vorantreibt und stabilisiert. Nicht zuletzt deshalb ist es als Einzelperson nahezu unmöglich, nicht auf Kosten anderer zu leben. Das Konzept der „Imperialen Lebensweise“ rückt demnach Strukturen anstelle von individuellem Verhalten in den Vordergrund. In diesem Workshop bedienen wir uns der Methode des „kollektiven Kartierens“, um diese Strukturen in unserem unmittelbaren Umfeld sichtbar zu machen und zwei zentrale Fragestellungen zu diskutieren: Welche Strukturen zwingen uns - auch gegen unseren Willen – ausbeuterisch zu handeln? Wie kann eine Umgebung aussehen, die eine solidarische Lebensweise unterstützt?

Die gemeinschaftliche Anfertigung von Umgebungskarten ist eine Möglichkeit, um konkrete Beobachtungen und Alltagserfahrungen zusammen zu tragen und in ihren Zusammenhängen zu diskutieren. Verschiedene sozialen Bewegungen auf der ganzen Welt nutzen diese Methode, um Entwürfe einer solidarischen Welt zu entwickeln und zu kommunizieren. Im Workshop werden konkrete Beispiele „kollektiver Kartierungen“ aus Lateinamerika vorgestellt, bevor wir in einem interaktiven Teil selbst eine Kartierung durchführen.
Preis: 12,- €
Teilnahme-Voraussetzung: vorangegangene Teilnahme am Basisworkshop bzw. Grundkenntnisse des Konzepts „Imperiale Lebensweise“

Workshop-Leitung

Ruth Fartacek ist Humangeographin und im Bereich der politischen Bildung bei der Initiative KAUZ tätig. Sie arbeitet dabei schwerpunktmäßig zur sozial-ökologischen Transformation der Ar-beitswelt und dem Konzept der „Imperialen Lebensweise“. Zudem ist sie seit Jahren in Klimage-rechtigkeits-Bewegungen aktiv, um die Verbindung sozialer und ökologischer Fragestellungen zu stärken.

Alexander Furtner ist Sozialwissenschaftler und Entwicklungsforscher und darüber hinaus im Be-reich der Organisationsentwicklung tätig. Er befasst sich mit entwicklungspolitischen Fragestellun-gen, die das Verhältnis zwischen den Ländern des „globalen Nordens“ und den Staaten Lateiname-rikas problematisieren.
Je nach dem aktuellen Stand der Covid-Maßnahmen werden die Workshops am LAI oder virtuell durchgeführt.
Im Wintersemester 2021 wird die Reihe mit vertiefenden Workshops fortgesetzt. Nähere Informationen dazu stehen in Kürze zur Verfügung.