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Junge Wissenschaft - 25 Jahre VHS Landstraße

25 Jahre VHS Landstraße - 50 Science-Vorträge

Das komplette Science-Programm der VHS Landstraße zum 25-jährigen Bestehen finden Sie hier:

Vortragsreihe „Junge Wissenschaft“ - Im Fokus„Lateinamerika“

Lateinamerika ist seit der Kolonialzeit ein wichtiger Rohstofflieferant, was das Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaften nachhaltig geprägt hat. Länder der Region liefern Ressourcen, die für die Herstellung von Produkten des täglichen Gebrauches im globalen Norden, beispielsweise E-Autos und Handys, benötigt werden. Auch viele bei uns im Supermarkt erhältliche Lebensmittel werden aus Zentral- und Südamerikaimportiert. Durch die steigende Nachfrage und das boomende Geschäft der Agrarexporte hat sich in den Produktionsländern die Landnutzung grundlegendverändert: immer mehr Waldflächen, oft indigene Territorien, und diversifizierte Agrarsysteme werden in Monokulturen verwandelt. Dies hat nicht nur ökologische, sondern auch soziale, kulturelle und politische Auswirkungen, ruft Konflikte hervor und verändert die Machtverhältnisse.

Die Vortragsreihe widmet sich dem konfliktiven Themender Landnutzung, der sozio-ökologischen Herausforderungen sowie der politischenund ökonomischen Dynamiken des Rohstoffabbaus. Anhand von Fallbeispielen werdendie Auswirkungen agrarindustrieller Produktionsregime aufgezeigt,konkrete Konflikte thematisiert aber auch institutionelle Errungenschaften undlokale Alternativen sozialer Bewegungen und kommunaleVerteidigungsstrategien vorgestellt.

Mit der neuen Reihe „Junge Wissenschaft“ bietet die VHSjungen Wissenschafter*innen, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen, dieChance, ihre Forschungsergebnisse und Erkenntnisse einem breiten Publikum zupräsentieren. Die Wiener Bevölkerung erhält im Gegenzug Einblick in die junge österreichischeForschungslandschaft und lernt Forscher*innenpersönlichkeiten kennen.

Die Vortragsreihe "Junge Wissenschaft" findet in Kooperation mit der VHS Landstraße und dem Institut für InternationaleEntwicklung sowie dem ForschungsverbundLateinamerika am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wienstatt.

Weiterführende Informationen zur Reihe finden sie hier!


Kommende Vorträge im Herbst 2021:


Kein Ort zum Bleiben - interne Vertreibung in El Salvador

27. Oktober 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | Webinar

Vertreibung durch Gewalt ist ein komplexes undvielschichtiges Phänomen. Die Situation in El Salvador, wo nach Schätzungen imJahr 2019 454.000 Personen von interner Vertreibung durch Gewalt betroffenwaren, zeigt wie die organisierte Kriminalität (trans-/ nationale Banden) unddas generell hohe Gewaltniveau zur Bedrohung des Lebens werden. DieCorona-Pandemie verstärkt diese Dynamik noch. Eigene Überlebensstrategien derBetroffenen und zivilgesellschaftliche Bemühungen sichern in dieser Situationoftmals das Leben. Nur schrittweise kommen staatliche Maßnahmen zurUnterstützung auf.

Gabriel Tober, BSc

Anmeldung unter: https://www.vhs.at/de/k/273564775


Regenwald-Zerstörung durch unser Konsumverhalten

3. November 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | Webinar

Internationaler Handel macht den Raubbau, den unsereressourcenintensive Lebensweise anderswo verursacht, unsichtbar. Am Beispielder Tropenwaldzerstörung im Amazonasgebiet zeigt dieser Vortrag auf, wiewohlhabende Gesellschaften die negativen sozialen und ökologischen Folgen ihresKonsums in ärmere Weltregionen verlagern.

Daniel Gusenbauer, MSc

Anmeldung unter: https://www.vhs.at/de/k/273563318


Kupferabbau und Garnelenzucht in Südamerika. Grenzen undKonflikte

17. November 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | Europasaal, LAI

Gesellschaften und Natur in Südamerika sind vom Abbau undExport von Rohstoffen für Autos, Handys oder Nahrungsmittel geprägt. WährendRohstoffe teilweise zu einer dynamischen Wirtschaft und Armutsreduzierungbeigetragen haben, nehmen Umweltverschmutzung, Zerstörung von Lebensräumen undsozio-ökologische Konflikte von Jahr zu Jahr drastisch zu. Basierend aufunserer Forschung zu Ecuador und Peru geben wir Einblicke in diesewidersprüchlichen Dynamiken und in Konflikte in Zusammenhang mit Shrimpsfarmenund Kupferabbau.

Valerie Lenikus, BA BA MA, Politikwissenschafterin,istDOC-team-Stipendiatin der ÖAW und forscht zu (Agrar-) ExtraktivismusinBolivien und Ecuador.

Mag.a Anna Preiser, BSc ist Universitätsassistentin (Prae-Doc) am Institut fürPolitikwissenschaft an der Universität Wien und forscht zu Ressourcen- undUmweltpolitik im peruanischen Bergbausektor. Beide wirken beimForschungsverbund Lateinamerika mit.

Anmeldung unter: www.vhs.at/de/e/lai/k/566577124


Sozio-ökologische Kämpfe in Lateinamerika

1. Dezember 2021 | 18:30 - 20:00 Uhr | Europasaal, LAI

Im Vortrag werden die sozio-ökologischen Herausforderungenund die Rolle von "Kommunalitäten" thematisiert, also das Denken unddie Praxis des organisierten Zusammenlebens, welche viele Territorien inLateinamerika, insbesondere in Mexiko, betreffen. Es wird analysiert, wie diejahrhundertelange Enteignung und Ausbeutung der Natur in indigenen Gebieten zuverschiedenen Formen von Verteidigung und Selbstbestimmung des kommunitärenLebens geführt haben.

Lic. Lorena E. Olarte, MA, aus Mexiko, Fellow und Lektorinan der Universität Wien. Master in Sustainable Development-Institut fürpolitische Studien Paris-Sciences Po, Studium Kommunikationswissenschaft/UNAMund NGO-Management/Tec de Monterrey.

Anmeldung unter: www.vhs.at/de/e/lai/k/566577129


Landnutzung im Anden-Amazonas Raum

12. Jänner 2022 | 18:30 - 20:00 Uhr | Europasaal, LAI

Bananen, Kakao, Soja, Avocados – viele der Lebensmittel, diewir in Österreich im Supermarkt kaufen, werden aus Südamerika importiert. Durchdie steigende Nachfrage und das boomende Geschäft der Agrarexporte verändertsich in den Produktionsländern die Landnutzung der lokalen Bevölkerung. TamaraArtacker und Marie Jasser gehen der Frage nach, wie dieseLandnutzungsänderungen im Anden-Amazonas Raum stattfinden und was sie fürlokale Bevölkerungsgruppen bedeuten.

Tamara Artacker, MA und Marie Jasser, MA sindStipendiatinnen der ÖAW (DOC-team). Sie forschen an der Boku und dem Institutode Estudio Ecuatorianos bzw. an der Universität Wien zu ländlichem Wandel,Agrarindustrie und Landkonflikten in Ecuador und Bolivien.

Anmeldung unter: www.vhs.at/de/e/lai/k/566576907

 


Bisherige Vorträge aus dieser Reihe:

Auftaktveranstaltung: Regenwald-Zerstörung durch unser Konsumverhalten (Webinar), 24.3.2021, 19.30-21.00 Uhr, Daniel Gusenbauer, MSc

Internationaler Handel macht den Raubbau, den unsere ressourcenintensive Lebensweise anderswo verursacht, unsichtbar. Am Beispiel der Tropenwaldzerstörung, u.a. der Regenwälder im Amazonasgebiet, zeigt dieser Vortrag auf, wie wohlhabende Gesellschaften die negativen sozialen und ökologischen Folgen ihres Konsums in ärmere Weltregionen verlagern. 

Kein Ort zum Bleiben - interne Vertreibung in El Salvador (Webinar), 26.5.2021, 19.30-21.00 Uhr, Gabriel Tober, BSc

Vertreibung durch Gewalt ist ein komplexes und vielschichtiges Phänomen. Die Situation in El Salvador, wo nach Schätzungen im Jahr 2019 454.000 Personen von interner Vertreibung durch Gewalt betroffen waren, zeigt wie die organisierte Kriminalität (trans-/nationale Banden) und das generell hohe Gewaltniveau zur Bedrohung des Lebens werden. Die Corona-Pandemie verstärkt diese Dynamik noch. Eigene Überlebensstrategien der Betroffenen und zivilgesellschaftliche Bemühungen sichern in dieser Situation oftmals das Leben. Nur schrittweise kommen staatliche Maßnahmen zur Unterstützung auf.

Wasser als politisches Druckmittel, 9.6.2021, 19.30-21.00Uhr, Homa Bazafkan, MA, BA

Wasser gilt als eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen und nicht selten wird damit auch Politik gemacht. So beispielsweise während Saddam Husseins Regierungszeit, als der Irak seine Wasserressourcen instrumentalisierte. Einerseits, um den ideologischen Bestrebungen des postrevolutionären iranischen Regimes entgegenzuwirken und andererseits, um eigene hegemoniale Bestrebungen im Nahen Osten voranzutreiben.

Die Verteidigung indigener Territorien in Mexiko, 16.6.2021,19.30-21.00 Uhr, Eva Befeldt, MA

„Megaprojekte“ bedrohen indigene Territorien weltweit. Sie vereinnahmen Gemeingüter und verhindern Souveränität und Lebensweisen indigener Gruppen, die essenziell für das ökologische Gleichgewicht der Welt sind. Anhand der Verteidigung gegen das staatliche Infrastrukturprojekt „Tren Maya“ behandelt der Vortrag die Problematik.