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Ein Komet zu Weihnachten

Komet 46P/Wirtanen

29.11.2018
Komet 21P/Giacobini-Zinner. Aufgenommen am 18. August 2018 in der Region um Moskau, Russland.  © 2018, Alexander Vasenin, Taken from Website
Pünktlich zur Adventszeit kommt ein besonderes Objekt ins Visier der Astronomen, der Komet 46P/Wirtanen. Dieser erreicht am 12. Dezember 2018 seine Perihelposition, also den sonnen-nächsten Punkt seiner Umlaufbahn. Kurz darauf, am 16. Dezember 2018, kommt er der Erde ziemlich Nahe: bis auf 11,6 Millionen Kilometer! Gut das klingt jetzt vielleicht nicht besonders nahe, aber astronomisch gesehen ist das quasi so als würde er durch unseren Vorgarten sausen. Da er sogar eine Helligkeit von etwa 3 Magnituden erreicht -  von der Helligkeit also etwa zwischen der Helligkeit von Polarstern und Andromeda-Galaxie angesiedelt - könnte er sogar mit freiem Auge sichtbar werden und lädt damit zu Beobachtungen ein. Der Komet wurde im Jänner 1948 von Carl A. Wirtanen am Lick-Observatorium der University of California entdeckt. Wo man ihn finden kann zeigen wir hier: 
Diese Karte basiert auf den DE405 Ephemeriden welche vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) berechnet wurden. Asteroiden Positionen wurden Bahnelementen, welche von Ted Bowell am Lowell Observatory zur Verfügung gestellt wurden, berechnet. Kometen Positionen wurden aus Bahnelementen welche vom Minor Planet Center (MPC) zur Verfügung gestellt wurden, berechnet. Sternpositionen und Helligkeiten wurden aus den Hipparcos, Tycho, Tycho-2 und Gaia DR1 Katalogen genommen. © 2018, Dominic Ford, Website
In der obigen Sternkarte kann man die Position des Kometen im Verlauf des Dezember sehen. Anfang Dezember steht dieser etwas unterhalb des Sternbildes Walfisch (Cetus) und bewegt sich dann durch das Sternbild Stier (Taurus) bis zum 22. Dezember hin zum Sternbild Fuhrmann (Auriga). 
Generell ist ein Komet ein kleiner Himmelskörper von meist einigen Kilometern Durchmesser welcher sich auf einer Umlaufbahn um einen Stern, in unserem Fall also um die Sonne,  befindet. Er besteht aus Eis, Staub und lockerem Gestein und ist, weit weg von der Sonne sehr dunkel und eher unspektakulär. Nähert sich der Komet dann der Sonne an, so bildet sich der leuchtende Schweif und die Koma welche den Kern des Objektes dann umgibt. Manche dieser Objekte können übrigens durchaus hell werden und lohnen es sich auch beobachtet zu werden. 
Ob vielleicht sogar der Weihnachtsstern tatsächlich ein Komet gewesen ist, wie er oft auch dargestellt wird, dem gehen wir am 10.12. bei einem Vortrag von Doris Vickers im Planetarium auf den Grund. Details hierzu finden sich hier

Mehr Infos zum Komet 46P/Wirtanen finden sich außerdem hier