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Fensterln mit den Sternen

Auch vom Fenster aus hat der Sternenhimmel einiges zu bieten

30.03.2020
Zu Hause bleiben ist zurzeit die Devise! Das soll uns aber nicht daran hindern, einen Blick auf den Nachthimmel zu werfen. Denn auch vom Fenster oder Balkon aus gibt es jede Menge Interessantes zu entdecken - und das sogar ganz ohne Teleskop. Nun könnte man einwenden, dass Sterneschauen in der Stadt durch die dichte Verbauung und die Lichtverschmutzung gar nicht so einfach ist. Stimmt natürlich, aber glücklicherweise gibt es Himmelsobjekte, die trotzdem schön zu sehen sind. Lassen Sie sich überraschen…
Die helle Venus neben der Sichel des zunehmenden Mondes. Credits: NASA/Bill Dunford

Venus: Der Abendstern, der kein Stern ist

Sollten Sie in Blickrichtung Westen freie Sicht haben, müsste Ihnen bereits in der Abenddämmerung ein besonders helles Objekt ins Auge stechen: die Venus! Sie ist - nach Sonne und Mond – der hellste Himmelskörper, den wir sehen können. Venus ist nie die ganze Nacht über zu beobachten. Manchmal sieht man sie am Abend, manchmal am Morgen, deswegen wird sie Abend- oder Morgenstern genannt. Und das, obwohl sie gar kein Stern ist! Venus ist ein Planet und sogar eine direkte Nachbarin unserer Erde. Genau genommen kreist sie eine Bahn weiter innen um die Sonne und steht ihr damit deutlich näher als wir dies tun. Von der Erde aus betrachtet hält sich Venus damit immer „in der Nähe“ der Sonne auf, und das ist der Grund dafür, dass wir sie nie die ganze Nacht zu Gesicht bekommen. Vor Kurzem - am 24. März - war Venus von uns aus gesehen am weitesten von der Sonne entfernt. Deswegen können wir sie gerade besonders lange beobachten. Sie geht Ende März erst kurz nach Mitternacht unter.
Sirius im Großen Hund befindet sich neben dem leicht zu erkennenden Sternbild Orion. Credits: stellarium.org

Sirius: Der hellste Stern am Nachthimmel

Sirius hingegen ist tatsächlich ein Stern, und zwar der hellste, den wir am Himmel sehen können. Er befindet sich im Sternbild Großer Hund. Zu finden ist Sirius gegen 20:30 Uhr im Südwesten, östlich vom Himmelsjäger Orion, der durch seine drei markanten, in einer Linie aufgereihten Gürtelsterne leicht zu finden ist. Orion und der Große Hund sind Winterstenbilder und stehen somit um diese Jahreszeit bereits tief am Himmel. Bald werden sie untergehen, bevor die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und sind dann für längere Zeit vom Nachthimmel verbannt.
Auch ohne Fernrohr hat der Nachthimmel einiges zu bieten.

Planetenparade für Frühaufsteher*innen

Stehen Sie - freiwillig oder unfreiwillig - zeitig auf? Dann haben wir am Morgenhimmel einen besonderen Augenschmaus für Sie. Um ca. halb Fünf in der Früh sind im Südosten gleich drei Planeten in unmittelbarer Nähe zu beobachten: Saturn, Mars und Jupiter. Sie strahlen deutlich heller als die Sterne in dieser Himmelsregion und sollten damit leicht zu entdecken sein. Der hellste der drei ist Jupiter und er ist gleichzeitig der größte Planet im Sonnensystem. Unsere Erde würde in seinen Durchmesser tatsächlich 11 Mal hineinpassen und er kreist, von innen aus gesehen, an 5. Position um die Sonne.
Ein Blick aus dem Fenster auf den Nachthimmel über Wien lohnt sich auch in der Stadt.
Mars ist gut an seiner roten Farbe zu erkennen. Er ist neben Venus unser zweiter Nachbarplanet. Seine rötliche Färbung kommt durch eine - auf der Erde wenig beliebte - chemische Verbindung zu Stande: Eisenoxid, besser bekannt als Rost!


Der dritte im Bunde der morgendlichen Planetenparade ist Saturn, der "Herr der Ringe". Er ist der am weitesten von der Erde entfernte Planet des Morgentrios und der zweitgrößte im Sonnensystem. Sein markantes Ringsystem lässt sich mit freiem Auge leider nicht erkennen. Mit einem guten Feldstecher könnte man sie erahnen, gut zu sehen sind sie freilich nur mit einem halbwegs passablem Teleskop.


Fazit: Auch vom Fenster aus hat der Nachthimmel einiges zu bieten, ganz ohne Fernrohr und Profiausrüstung. Wagen Sie also in der nächsten wolkenlosen Nacht den Blick nach oben, Sie werden es nicht bereuen! Clear Skies!