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Der Weihnachtsstern erscheint!

Am 21. Dezember ist es soweit: Zwischen 16:30 und 18 Uhr wird über Europa der Weihnachtsstern zu sehen sein.

17.12.2020
Das Bild des florentinischen Malers Giotto zeigt den Weihnachtsstern als Kometen.

Ein ganz besonders Erlebnis

Nur alle 20 Jahre ist dieses besondere Ereignis zu beobachten: Blickt man nach dem Einsetzen der Dämmerung um 16.30 Uhr in Richtung Südwesten, sieht man knapp über dem Horizont die Planeten Jupiter und Saturn. Die beiden vereinen sich und erscheinen als besonders heller Punkt, auch „große Konjunktion“ genannt. Dies kann ohne Fernrohr gut beobachtet werden. 


Die Begegnung der beiden Planeten ist allerdings kein echtes Treffen. Der Abstand zwischen Jupiter und Saturn ist trotz der scheinbaren Nähe am Himmel gewaltig. Für uns sieht es allerdings so aus, da sich beide Planeten von der Erde aus betrachtet auf einer Sichtlinie befinden. Um 18.00 Uhr verschwinden die beiden Planeten dann unter dem Horizont. Dieses Mal ist die scheinbare Annäherung besonders groß und es wird erst in 800 Jahren wieder so zu beobachten sein.

Erfreulicherweise kann diese besonders seltene Planetenkonstellation mehrere Tage beobachtet werden und zwar vor und nach dem 21. Dezember.

Übertragung im Livestream

Da uns seit Tagen zäher Hochnebel begleitet, der die Beobachtung erschwert, bemühen sich die Mitarbeiter*innen des Planetarium Wien einen Livestream zu organisieren. Nähere Informationen rund um den Weihnachtsstern, der Beobachtung usw. finden Sie auf www.planetarium.wien
Aufgrund der Corona-Maßnahmen sind die astronomischen Einrichtungen der Wiener Volkshochschulen/die Sternwarten der Stadt Wien für den Publikumsbetrieb leider gesperrt.

"Der Stern von Bethlehem"

1301 schuf der italienische Maler Giotto sein berühmtes Fresko "Die Anbetung des Kindes durch die drei Weisen aus dem Morgenlande" und in diesem Bild ist ein Schweif-Stern zu sehen. So erschuf der Künstler nicht nur ein Bild, sondern mit ihm die Legende des Weihnachtssterns.
Im Jahr 1301 war der so genannte der Halley'sche Komet zu sehen. Mittlerweile ist nachgewiesen, dass dieser zum Zeitpunkt der Geburt Christi nicht sichtbar war. Vielmehr ließ sich Giotto von dem Kometen bei dessen Wiederkehr im Jahr 1301 zu seiner Kunst inspirieren. Das Werk ist in der Scrovegni-Kapelle in Padua zu sehen.


Der Stern von Bethlehem könnte auch eine Supernova gewesen sein. Wenn ein massereicher Stern am Ende seines Lebens explodiert ist über ein Tage bis Wochen ein sehr helles Leuchten am Himmel zu sehen. Gegen diese These spricht allerdings, dass niemand eine Supernova um Christi Geburt dokumentiert hat. Dabei ist davon auszugehen, dass die drei Weisen astronomisch gebildet waren, sie oder andere Astronomen hätten dieses Ereignis wohl überliefert.


Am wahrscheinlichsten gilt, dass den Menschen am Nachthimmel eine besondere Planetenkonstellation auffiel, als Jesus geboren wurde. Astronomisch kann genau berechnet werden, dass sich im Jahr 7 vor Christus Jupiter und Saturn gleich drei mal am Himmel begegneten. Da die beiden Planeten für die damaligen Menschen besondere, göttliche Objekte waren, hat eine derartige Konstellation wohl für einiges Aufsehen gesorgt. 

Mit Gewissheit weiß allerdings niemand genau, welches Himmelsphänomen die drei Weisen aus dem Morgenland zu Ihrer Reise nach Bethlehem inspiriert hat. So können wir Staunen und wer mag, auch an Wunder glauben. :)