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Medizin neu gedacht - die Präzisionsmedizin

Science Vortragsreihe mit der MedUni Wien

28.03.2019

Präzisionsmedizin gehört zu den wichtigsten Trends für die Medizin des 21. Jahrhunderts. Doch was ist eigentlich die Präzisionsmedizin und was kann sie?

Jeder Mensch hat eine unterschiedliche, ganz individuelle, ererbte genetische Veranlagung – auch genetische Disposition genannt. Das führt dazu, dass Personen aufgrund dieser individuellen genetischen Faktoren unterschiedliche Risiken für Erkrankungen haben. Verschiedenartige molekulare Eigenschaften bewirken in Menschen jedoch auch unterschiedliche Reaktionen auf Medikamente und Therapiemethoden. Das kann etwa bedeuten, dass die oder der eine auf eine Krebsbehandlung gut anspricht, die gleiche Therapie jedoch bei einer anderen Person schwächer oder gar nicht wirkt.
Jeder Mensch trägt eine individuelle genetische Veranlagung in sich, was das Risiko für Erkrankungen aber auch die Therapie dieser maßgeblich beeinflussen kann.
Hier kommt nun die Präzisionsmedizin ins Spiel. Der Kerngedanke dabei ist, die Behandlung zu personalisieren, und jede Patientin und jeder Patient eine individuell maßgeschneiderte Therapie erhält. Dabei wird versucht mit neuartigen diagnostischen Methoden die Ursache der Erkrankung auf molekularer Ebene zu erkennen. Damit könnten in Zukunft die Heilungschancen von komplexen Erkrankungen wie Krebs, Parkinson/Schlaganfall oder Herzinfarkt enorm gesteigert und nebenbei auch unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten reduziert werden.

Die personalisierte Medizin läutet einen Paradigmenwechsel in der Medizin ein und setzt eine neue Grundlage für Prävention und Therapieansätze.
Moderne Analysemethoden sollen die molekularen Grundlagen von Erkrankungen identifizieren um so eine zielgerichtete und individuell angepasste Therapie zu ermöglichen.
Am MedUni Wien Campus AKH entstehen derzeit drei Zentren, in denen die Medizin des 21. Jahrhunderts gestaltet wird: Das Zentrum für Präzisionsmedizin, das Zentrum für Translationale Medizin und Therapien und das Zentrum für Technologietransfer. Die Errichtung des Zentrums für Präzisionsmedizin ist ab dem Jahr 2022 geplant, wofür insgesamt 60 Millionen Euro nötig sind – hier gibt es die Möglichkeit zu spenden.

Der Schwerpunkt des neuen Zentrums liegt vor allem auf biomedizinischer Forschung, klinischen Studien, Genom-Technologie, Bioinformatik und IT. Dabei ermöglicht die räumliche Nähe und die enge Kooperation der GrundlagenforscherInnen mit klinisch tätigen ÄrztInnen des AKH eine Behandlung der PatientInnen am aktuellsten Stand der Medizin.

In Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien geben in einem Schwerpunkt des Science Programms ExpertInnen der MedUni Wien einen Einblick in bahnbrechende Errungenschaften der Präzisionsmedizin.

Alle Vorträge sind frei besuchbar! Einfach spontan vorbeikommen oder für einen sicheren Sitzplatz reservieren (Links anbei).

Infos zu den einzelnen Vorträgen:

Mo, 01. April 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Krebs ist weltweit die zweithäufigste Todesursache und ist für 9,6 Millionen Todesfälle im Jahr 2018 verantwortlich. Jeder zweite Mann und jede dritte Frau erhält. im Laufe des Lebens eine Krebsdiagnose. Doch wie behandelt man Krebs? Dieser Vortrag erzählt die Geschichte der Krebstherapie und zeigt anhand von Beispielen die faszinierenden Fortschritte im Verständnis der Erkrankung Krebs und ihrer Auswirkungen auf die Entwicklung neuer Behandlungsformen bis hin zur modernen Präzisions- und Immuntherapie.

Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie, Medizinische Universität Wien

Reservierung hier möglich!

Mo, 08. April 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Die Diagnose neurologischer Erkrankungen war immer schon Präzisionshandwerk. Mithilfe moderner und genauerer Methoden verstehen NeurowissenschaftlerInnen die Funktionen, aber auch die vielen akuten und chronischen Erkrankungen des Nervensystems zunehmend besser. Am Beispiel von Schlaganfall, Migräne und Alzheimer-Demenz wird gezeigt, wie sich mit neurologischer Präzisionsmedizin einschneidende Erfolge für PatientInnen erzielen lassen.

Univ.-Prof. Dr. Thomas Berger, MSc, Leiter der Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Wien

Reservierung hier möglich!

Di, 09. April 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Heute ist jede achte Frau in der westlichen Welt mit der Diagnose „Brustkrebs“ konfrontiert. In Österreich erkranken pro Jahr rund 6.000 Frauen und ca. 60 Männer an Brustkrebs. Durch die verbesserte Früherkennung sowie Erforschung und Entwicklung effizienterer Medikamente sinkt die Sterblichkeit in den letzten Jahren kontinuierlich: Mittlerweile versterben ca. 25-30% der Patientinnen weniger als noch vor 25 Jahren. Erfahren Sie, welche faszinierenden Fortschritte die Präzisionsmedizin in der Diagnose und personalisierten Behandlung ermöglicht.

Univ.-Prof. Dr. Günther Steger, Universitätsklinik für Innere Medizin I, Medizinische Universität Wien

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Mo, 29. April 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Zunehmend mehr Menschen nehmen regelmäßig mehr als 5-10 verschiedene Medikamente ein, im höheren Lebensalter bald die Hälfte der Bevölkerung. Doch nicht selten überwiegt bei dem „Medikamenten-Cocktail“ der Schaden den möglichen Nutzen. „Präzisionsmedizin“ ist nicht nur „high tech“ sondern auch eine wissenschaftlich fundierte, kluge Auswahl von Medikamenten, um den bestmöglichen Therapieerfolg zu erzielen. In dem Vortrag werden Strategien zu einer zielgerichteten und präzisen Arzneimitteltherapie aufgezeigt.

Univ.-Prof. Dr. Andreas Sönnichsen, Leiter der Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin, Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien

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Mo, 06. Mai 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Jahr für Jahr ereignen sich zahllose Verkehrsunfälle auf Österreichs Straßen. Auch bei Extremsportarten oder der Arbeit mit Maschinen kommt es häufig zu Unfällen, bei denen Extremitäten schwer verletzt werden. Gleichzeitig steigt durch das bessere Notfall-Management die Zahl der Überlebenden. Seit 2009 ermöglicht die von Oskar Aszmann an der MedUni Wien entwickelte Methode der „bionischen Rekonstruktion" neuartige technologische Hilfsmittel, z.B. eine "bionische" Handprothese. Erfahren Sie anhand von echten Patientenschicksalen, welche Möglichkeiten es nach traumatischen Verletzungen und -amputationen gibt, die Funktion der Gliedmaßen wiederherzustellen.

Ao.Univ.-Prof. Dr. Oskar Aszmann, Universitätsklinik für Chirurgie, Medizinische Universität Wien

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Do, 09. Mai 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Tauchen Sie in die Welt des Pollens ein, lernen Sie die wichtigsten Pflanzen für Pollenallergiker sowie die Arbeitsweise des Österreichischen Pollenwarndienstes an der MedUni Wien kennen. Die Zusammenhänge zwischen Belastung und Pollenflug sind komplex und neueste Forschung zeigt Ihnen die enge Verflechtung verschiedenster Faktoren bildhaft an anhand von Beispielen auf.

Mag. Dr. Katharina Bastl & Uwe Berger, MBA, Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universität Wien

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Mi, 15. Mai 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Antibiotika sind die wichtigste Waffe bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen, doch aufgrund der weltweit zunehmenden antimikrobiellen Resistenzen bleiben Behandlungen oft wirkungslos, da Bakterien immun gegen die gängigen Medikamente werden. In der personalisierten Präzisionsmedizin ist die Therapie individuell auf die jeweilige Person und den jeweiligen Krankheitserreger abgestimmt. So lassen sich komplexe Infektionen personalisiert behandeln, ohne dass neue Resistenzen entstehen.

Univ.-Prof. Dr. Heinz Burgmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin, Medizinische Universität Wien

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Mo, 20. Mai 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Die Präzisionsmedizin ermöglicht es, angeborene Erkrankungen zu entschlüsseln und personalisiert zu therapieren. Erfahren Sie anhand von Patientengeschichten aus der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, welche Vorteile die Medizin des 21. Jahrhunderts schon heute bringt.

Ao.Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Förster-Waldl & Dr. Vassiliki Konstantopoulou, Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Wien.

Reservierung hier möglich!

Di, 28. Mai 2019, 19:00 Uhr, Planetarium Wien

Kinder und Jugendliche durchleben einen dynamischen Entwicklungsprozess, der von vielen Weichenstellungen für das spätere Leben geprägt ist. Neue Technologien geben uns immer präzisere Antworten darauf, wie unsere Entwicklung von Risiken, aber auch Resilienzfaktoren geprägt wird. Vor allem die Nutzung sozialer Medien ist mit Risiken aber auch neuen Möglichkeiten in der personalisierten Diagnostik verbunden, denn Social Media bietet gerade für Jugendliche einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu einer geeigneten, individuellen Therapie.

Univ.-Prof. Dr. Dr. Paul Plener, MHBA, Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Medizinische Universität Wien

Reservierung hier möglich!



Weitere Infos zum Zentrum für Präzisionsmedizin finden Sie unter www.zpm.at.

Reihe in Kooperation mit der MedUni Wien.