Licht begegnet uns täglich – beim Arbeiten, in der Freizeit, in unserer Umgebung. Es beeinflusst unsere Wahrnehmung, unseren Schlaf-Wach-Rhythmus, unsere Gesundheit und nicht zuletzt die Umwelt. Dennoch ist oft wenig bekannt darüber, was Licht eigentlich ist und welche Auswirkungen seine Nutzung in modernen Lebensräumen hat.
Eine zentrale Institution, die sich seit mehr als einem Jahrhundert mit diesen Fragen befasst, ist die International Commission on Illumination (CIE). Als unabhängige Organisation koordiniert sie weltweit wissenschaftliche Arbeiten zu Licht, Beleuchtung, Farbe, Sehvermögen, Photobiologie und Bildtechnik. Seit 1913 gilt die CIE als maßgebliche Autorität auf diesem Gebiet und ist heute von der ISO (Internationale Organisation für Normung) als internationale Standardisierungsstelle anerkannt.
2025–2026 beteiligt sich auch VHS Science am CIE Projekt „Licht verstehen – Wissenschaft verstehen“, das von der Wiener Wirtschaftsagentur gefördert wird. Ziel des Projekts ist es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Licht einer breiten Öffentlichkeit verständlich zugänglich zu machen.
Bevor wir auf diese Schwerpunkte im VHS Science Programm eingehen, lohnt sich jedoch ein Blick auf eine grundlegende Frage: Was ist Licht?
Licht bezeichnet eine Form von elektromagnetischer Strahlung. Im engeren Sinne meint man damit den Teil, den das menschliche Auge wahrnehmen kann (also sichtbares Licht). Die Wellenlänge dieses sichtbaren Bereichs liegt etwa zwischen 360-400 nm (untere Grenze) und 760-830 nm (obere Grenze).
In der Physik wird zum Teil auch Licht weiter gefasst – also elektromagnetische Wellen mit kürzeren (z. B. UV, Röntgen) oder längeren Wellenlängen (z. B. Infrarot) – wobei Fachorganisationen wie die CIE empfehlen, den Begriff „Licht“ ansonsten nur auf den sichtbaren Bereich zu verwenden.
Elektromagnetische Strahlung ist Energie, die sich als Welle aus elektrischen und magnetischen Feldern ausbreitet – sogar im Vakuum. Dazu gehören viele Formen, die wir täglich nutzen:
Radiowellen, Mikrowellen, Infrarot (Wärme), sichtbares Licht, UV-Strahlung, Röntgen- und Gammastrahlen. Es ist also immer das gleiche Phänomen, nur mit unterschiedlicher Wellenlänge und Energie.
Licht und Gesundheit
Licht steuert unseren zirkadianen Rhythmus (unsere innere 24-Stunden-Uhr) und beeinflusst Hormone wie Melatonin und Cortisol, die Schlaf, Wachheit, Stimmung und Leistungsfähigkeit regulieren. Tageslicht wirkt sich positiv auf Konzentration und Wohlbefinden aus.
Durch UV-B-Strahlung bildet die Haut außerdem Vitamin D, das wichtig für Knochenstoffwechsel und Immunsystem ist.
Zu wenig Tageslicht kann Müdigkeit, Stimmungstiefs und Vitamin-D-Mangel begünstigen.
Zu viel künstliches Licht, besonders am Abend, kann den Schlafrhythmus stören.
Im Rahmen des Projekts „Licht verstehen – Wissenschaft verstehen“ finden im Science Programm des Wintersemesters 2025 und Sommersemesters 2026 mehrere frei zugängliche Veranstaltungen statt. Sie vermitteln aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse rund um zwei zentrale Themen: Lichtverschmutzung sowie Licht und Gesundheit. Ziel ist es, diese Inhalte verständlich aufzubereiten, Einblicke in wissenschaftliche Arbeitsweisen zu geben und das Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Bereichen zu fördern. Gleichzeitig soll der Austausch zwischen Forschung, Praxis und Gesellschaft gestärkt werden.
Veranstaltungen im Wintersemester 2025/26
Im Rahmen vom CIE - Projekt "Wissenschaft verstehen - Licht verstehen"