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"Für das Kind"

Dauerausstellung in der VHS Wiener Urania

24.06.2019

In der Volkshochschule Wiener Urania ist derzeit die Ausstellung „Für das Kind“ – kuratiert von Rosie Potter und Patricia Ayre zu besichtigen.

Thema sind die Kindertransporte nach England.

Kindertransporte - Weg in die Sicherheit

Als Kindertransport (auch Refugee Children Movement) wird international die Ausreise von über 10.000 Kindern, die als „jüdisch“ im Sinne der Nürnberger Gesetze galten, aus dem Deutschen Reich und aus von diesem bedrohten Ländern zwischen Ende November 1938 und dem 1. September 1939 nach Großbritannien bezeichnet.

Auf diesem Wege gelangten vor allem Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen, der Freien Stadt Danzig und der Tschechoslowakei ins Exil. In Zügen und mit Schiffen konnten die Kinder ausreisen; die meisten sahen ihre Eltern nie wieder. Oftmals waren sie die einzigen aus ihren Familien, die den Holocaust überlebten.In einer Zeitspanne von 9 Monaten wurden fast 100 Zugreisen organisiert. Kinder unter 17 Jahren wurden unter der Schirmherrschaft des Central British Fund, aus ihren Geburtsländern in Sicherheit gebracht.

Die Kinder kamen mit dem Zug nach Holland, dann mit der Fähre von Hook/Holland nach Harwich und weiter mit dem Zug nach London Liverpool Station.

Der 1. Kindertransport ging am 10. Dezember 1938 von Wien Westbahnhof nach London, der letzte am 22. August 1939.

Jedes Kind durfte nur einen Koffer mitnehmen. Der Inhalt war streng vorgeschrieben – keine Schmuck- oder Wertgegenstände, kein Geld, Musikinstrumente oder Kameras.

Meist fuhren die Züge mitten in der Nacht ab, nur kurz davor erfuhren die Eltern den Termin und es gab keine Zeit für lange Verabschiedungen.

Diese Gegenstände waren oft die letzte Erinnerung, die die Kinder mit ihren Eltern verband.

Mehr als zwei Drittel der geretteten Kinder haben ihre Eltern nie wiedergesehen.

Ingrid Joseph Wien, Österreich, 12 Jahre,

Mutterund Großmutter wurden von der Gestapo auf den Transport ins Ghetto Minskermordet. http://fdk.millisegal.at/index.php/bilder

„Da waren überall Fahnen, ich wusste das ist irgendwie gegenmich“

Koffer als Symbole der Erinnerung

Die Ausstellung zeigt Bilder von den Objekten, die die Kinder mit sich auf ihre Reise – in eine unbekannte Zukunft – nahmen. Auf den 23 Kunstdrucken sind Köfferchen mit den verschiedenen Besitztümern zu sehen.

Die kastenförmigen Holzrahmen erinnern an traditionelle Museumsvitrinen. Die ins Glas eingravierten Zitate sind die heutigen Schriftzüge des jeweiligen überlebenden „Kindes“.

Sie stammen aus Briefen, persönlichen Niederschriften, aus Telefongesprächen und sind Anmerkungen der „Kinder“ bei den diversen Treffen mit den Kuratorinnen. Der Text ist willkürlich über und um die Objekte gesetzt.

Das Museum zur Erinnerung „Für das Kind“ in Wien ist weltweit das Einzige in seiner Art mit dem Fokus auf den Kindertransport, sie wurde kuratiert von Rosie Potter und Patricia Ayre.

Besichtigung der Ausstellung

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 9 - 20 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertag Besuch nur nach Vereinbarung möglich (info@millisegal.at)

Führungen nach Vereinbarung

Denkmal „Für das Kind“ im Wiener Westbahnhof

Am 14. März 2008 wurde vom damaligen Infrastrukturminister Werner Faymann in der Kassenhalle des Wiener Westbahnhofs die Skulptur „Für das Kind“ von Flor Kent enthüllt.

Das Denkmal erinnert an die Rettung jüdischer und nichtjüdischer Kinder 1938 – Kindertransporte nach England

Mehr dazu hier:
https://bm15blog.wordpress.com/2019/06/20/denkmal-ausstellung-fuer-das-kind/

Quellen und Links

GeschichteWiki Wien
Wikipedia
Museum zur Erinnerung
ORF-Science
OTS

Skulptur „Für das Kind“ von Flor Kent in der Kassenhalle des Wiener Westbahnhofs