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„Mein Herz war voll von den Schönheiten unserer Erde“

Ein Nachruf auf Rosemarie Isopp

24.06.2019
Rosemarie Isopp mit Bürgermeister Michael Ludwig und der für Reisevorträge zuständigen Programm-Managerin Brigitte Neichl

Rosemarie Isopp wurde am 13. Oktober 1927 in Wien geboren. Noch während ihrer Schauspiel- und Gesangsausbildung bekam sie ein erstes Engagement am Linzer Landestheater. Vom damaligen Sender Rot-Weiß-Rot kam sie 1957 zu "Autofahrer unterwegs". Mehr als 3.000 Sendungen moderierte Isopp. Wichtig war ihr immer der direkte Kontakt zum Publikum. In der Pension war sie Reisebegleiterin und bereiste die ganze Welt.

An der VHS Wiener Urania hielt Rosemarie Isopp mehr als vier Jahrzehnten Vorträge über Ihre Reisen. Angefangen hat die gemeinsame Geschichte nicht erst im Jahre 1971, als sie ihren ersten Reisevortrag hielt, sondern bereits 1967 mit einer Lesung für Jugendliche aus ihrem Buch „Die schwarze Uhr“.

In der Radiosendung „Autofahrer unterwegs“, die sie von 1958 bis 1988 moderierte, berichtete sie von ihren Reisen, die sie mit einer viermotorigen Propellermaschine unternommen hatte.

Nach dem großen Erfolgen, die sie mit der Radiosendung erreichte, bot man ihr an, ein Buch oder Reisevorträge zu gestalten, um ihren begeisterten Fans noch ausführlicher von ihren Reiseerlebnissen zu berichten.

„Ich möchte reisen, so lange es eben geht. Es gibt noch so schöne Ziele. Und ich bin ja so neugierig.“

Den ersten Reisevortrag an der Wiener Urania mit dem Titel „In 30 Tagen um die Welt“ hielt sie 1971 - er war restlos ausverkauft.

1983 wurde Rosemarie Isopp der Professorentitel verliehen.

Sie erfreute eine große Vielzahl von Menschen mit ihren eindrucksvollen Reiseberichten über verschiedenste Länder, wie den Jemen, Andalusien oder Südamerika.

Allein seit dem Jahr 2003 hielt sie rund 100 Vorträge, mit über 9000 TeilnehmerInnen.

Frau Isopp ging es vor allem darum, den Menschen die Länder so nah wie möglich zu bringen, damit

„… sie (das Publikum) das Gefühl bekommen, sie seien höchstpersönlich im jeweiligen Land gewesen“.

Sie wollte vor allem den Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, eine solche Reise zu unternehmen, einen Eindruck von der Erde, die sie selbst so faszinierte, vermitteln,

Als Reiseleiterin begleitete sie kleine Gruppen, zumeist interessierte Individualreisende, durch die schönsten Winkel der Erde, abseits ausgetretener Touristenpfade. Vor allem durch Osteuropa und Asien, welches ihr Lieblingsreiseziel war.

„Ich habe eine große Affinität zum Reisen. […] Hans Christian Andersen hat einmal gesagt: ‚Reisen ist Leben.‘ Ich möchte dieses Zitat für mich persönlich abwandeln: „Reisen ist mein Leben.“

Neben Ihren Tätigkeiten als Reiseleiterin und Vortragende, gab es aber noch Anderes. So gestaltete sie unter anderem Leseabende unter dem Thema „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ und moderierte verschiedene Veranstaltungen an der VHS Wiener Urania. Außerdem erfreute sie das Publikum um die Weihnachtszeit mit Adventsoiréen.

Am 21.9.2015 hielt Rosemarie Isopp Ihren Abschiedsvortrag in der VHS Wiener Urania. Der Titel: Bulgarien – Vielfalt zwischen Orient und Okzident.

Ab Mai 2017 wohnte sie im Pflegwohnhaus Leopoldstadt und feierte dort auch ihren 90. Geburtstag.

Am 5.6.2019 verstummte ihre angenehme, warmherzige Stimme für immer.