Was bedeutet Digitalisierung für die Erwachsenenbildung?

Offene Fachtagung
  • Veranstalter:  VHS Mariahilf, Neubau, Josefstadt
  • 14.10.2019 , 10:00 - 16:30 Uhr
  • Kursort: Veranstaltungszentrum Mariahilf, Königseggasse 10 , 1060 Wien
  • TeilnehmerInnen: 6 - 80
  • Kurs-Nr. 10443625
  • 6,5 Unterrichtseinheiten
Fachtagung in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb) und COMMIT (Community Medien Institut für Weiterbildung, Forschung und Beratung)

In der Praxis der Erwachsenenbildung werden Tools im Kontext von Pädagogik, Didaktik und Lernen in Workshops und Webinaren ausgetauscht und vorgestellt. Gleichzeitig stellen sich wesentlich weitreichendere Fragen um gesellschaftliche Verantwortung sowie die Abschätzung der Folgen und Auswirkungen digitaler Techniken (Stichwort: Kontrollmacht von Algorithmen) für die Demokratie.
Wie beeinflussbar und versteckt steuerbar wird die Freiheit menschlichen Handelns und das Agieren von Expert_innen vor der Faszination artifizieller Intelligenz? Erkennen wir diese Herausforderung für die Erwachsenenbildung?

Vertreter_innnen der Technikfolgenabschätzung und der Kommunikationswissenschaft öffnen Sichtweisen auf längerfristige Entwicklungen – Herausforderungen, Chancen und Risken – und eröffnen Perspektiven für einen verantwortungsvollen Diskurs im Zeitalter der Digitalisierung.

Zielgruppe:
Das Seminar richtet sich an Entscheidungsträger_innen, Programmverantwortliche und Trainer_innen in der Erwachsenenbildung sowie an alle Interessierte aus der Bildungsarbeit und den nichtkommerziellen Medien.

Ablauf:
10:00 Einlass und Registrierung
10:30 Eröffnung durch Herbert Schweiger (Geschäftsführer der Wiener Volkshochschulen), Christian Kloyber (bifeb) und Helmut Peissl (COMMIT)
10:40-13:00 ExpertInneninputs
13:00-14:00 Mittagspause
14:00-15:30 Arbeitsgruppen
15:45-16:45 Präsentation der Ergebnisse und Abschluss

Moderation:
Dors Vickers

Referent_innen:
·Walter Peissl (ITA/ÖAW) zur vielschichtigen Bedeutung von Privacy und Datensouveränität: Vom Wert der Privatsphäre für individuelle Lebensentfaltung und die Demokratie. Warum es gut ist, wenn jede_r etwas zu verbergen hat und wie wir trotz individueller Vorsichtsmaßnahmen kategorisiert und vermessen werden.
·Astrid Mager (ITA/ÖAW) zu Wearables, Selbstvermessung und Fitnessapps und mögl. Herausforderungen für die Gesundheitsbildung: Was treibt die wachsende Quantifizierung von Körper & Gesundheit voran? Wie werden Körperdaten in Datenkörper verwandelt? Wie bewegen sich unsere "Datenkörper" zwischen Selbstermächtigung und sozialer Kontrolle? Wie können wir in Zukunft mit immer detaillierteren Datenkörpern umgehen?
·Florian Saurwein (CMC/ÖAW | AAU) zum Einfluss von Algorithmen auf demokratische Öffentlichkeit und die Herausforderungen für Bildungsverantwortliche zur Förderung der Medienkompetenz: Wie tragen Algorithmen dazu bei, dass demokratische öffentlichen Debatten durch Verzerrung, Manipulation und Polarisierung gefährdet werden? Wie können wir diesen Risiken begegnen und welche Rolle spielt dabei die Medienkompetenz? Diskussion: Welche Möglichkeiten bestehen in der Erwachsenenbildung, um zur Förderung der Medienkompetenz beizutragen?
·Josef Trappel (Uni Salzburg) Wie wir uns digital informieren und wie wir digital lernen: Was an Information über Facebook, Instagram und Twitter zu uns gelangt, ist anders gestrickt, als Fernsehen oder Zeitung. Kürzer, selektiver, undifferenzierter und vor allem diffuser erreichen uns Nachrichten, für die wir uns interessieren oder die uns gleichgültig sind. Da Information unser Wissen prägt, ist von einer grundlegenden Veränderung von Lernen und Wissen auszugehen. Was bedeutet diese Transformation für das Lernen junger Menschen, wie verändern sich Weltbilder und was fehlt denjenigen älteren Menschen, die sich in der digitalen Welt schlecht zurechtfinden? Neue Ungleichheiten und Spaltungen prägen die digitale Welt, und neue Herausforderungen für eine demokratische und aufgeklärte Gesellschaft entstehen.

€ 30,00