Geschichte

Die Zionistenkongresse 1913 und 1925 in Wien ScienceCard

  • Veranstalter:  Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung
  • 17.12.2019 , 18:30 - 20:00 Uhr
  • Kursleitung: Dr. Evelyn Adunka
  • Kursort: Jüd. Institut f. Erwachsenenbildung, Praterstern 1 , 1020 Wien
  • TeilnehmerInnen: 1 - 30
  • Kurs-Nr. 10443551
  • 1,5 Unterrichtseinheiten
Theodor Herzl (1860 – 1904) veröffentlichte 1896 die programmatische Schrift Der Judenstaat und berief 1897 in Basel den Ersten Zionistenkongress ein, auf dem die Zionistische Weltorganisation (WZO) gegründet wurde. Die Kongresse fungierten als Parlament der WZO, während das Große bzw. Kleine Aktionskomitee als Exekutive agierten.
Wien war zwei Mal, 1913 und 1925, Austragungsort des Kongresses.
Der XI. Kongress tagte im September 1913 im Musikverein; er war der bisher größte der zionistischen Bewegung. Präsident des Kongresses war der Kölner Geschäftsmann David Wolffsohn, der zweite Präsident der WZO.
Eine der wichtigsten von Menachem Ussishkin und Chaim Weizmann eingebrachten Resolutionen betraf die Gründung der Hebräischen Universität.
Im Beethovensaal fanden die Frauenversammlung und die Konferenz der Sefarden statt. Im Vorfeld des Kongresses fand die zweite Hebräische Weltkonferenz statt, an der viele große Autoren, u.a. Bialik und David Frischmann teilnahmen. In die Literaturgeschichtsschreibung ging der Kongress durch den Besuch Franz Kafkas ein.
Der XIV. Zionistenkongress tagte im August 1925 im Konzerthaus. Es war 12 Jahre und ein Weltkrieg später.
Dazwischen lag aber nicht nur der Krieg, sondern auch die historische Balfourdeklaration vom November 1917, in der der britische Außenministers Arthur Balfour in einem Brief an Lionel Walter Rothschild erklärte: His Majestys Government view with favour the establishment in Palestine of a national home for the Jewish people.
Der Kongress 1925 war im Gegensatz zu 1913 überschattet von schweren antisemitischen Ausschreitungen und einer Bombendrohung. Eine wichtige Rede hielt Oberrabbiner Zwi Perez Chajes.
Einer der Vizepräsidenten des Kongresses 1913, Jakob Ehrlich, war 1925 Präsident des Zionistischen Landesverbands. Ehrlich war 1938 das erste prominente österreichisch-jüdische Opfer der Shoah aus der engeren Führungsschicht der Israelitischen Kultusgemeinde.
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