Geschichte

Jüdische Studentenverbindungen in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie 1882-1938 ScienceCard

  • Veranstalter:  Jüdisches Institut für Erwachsenenbildung
  • 16.03.2020 , 19:00 - 20:30 Uhr
  • Kursort: Jüd. Institut f. Erwachsenenbildung, Praterstern 1 , 1020 Wien
  • TeilnehmerInnen: 6 - 15
  • Kurs-Nr. 10457531
  • 1,5 Unterrichtseinheiten
Nach dem Staatsgrundgesetz von 1867 begannen Juden im gesamten habsburgischen Raum Universitäten zu besuchen. Begleitend zum Studium wurden viele Juden in verschiedene Studentenverbindungen aufgenommen. Die Teilnahme an einer studentischen Vereinigung war zu dieser Zeit weit verbreitet und bot nicht nur die Möglichkeit der studentischen Sozialisierung sondern auch zum Networking.
Darüber hinaus führte der erstarkende Patriotismus dazu, dass sich viele Juden als Deutsche bzw. Österreicher mit mosaischer Religion deklarierten und bereit waren, sich vollständig in die Gesellschaft zu integrieren.
Als Reaktion auf das wachsende antisemitische Klima in den Burschenschaften ab den 1880er Jahren begannen jüdische Studenten eigene Studentenvereinigungen zu gründen. Auf die Gründung der Kadimah in Wien im Jahr 1882 folgte die Etablierung ähnlicher Verbindungen in der gesamten österreichisch-ungarischen Monarchie. Sie übernahmen in der Regel den Stil, die Traditionen, die sozialen Kodizes und die Utensilien ihrer nichtjüdischen Kollegen, diese wurden teilweise dem jüdischen Erbe angepasst. Die jüdischen Studentenverbindungen, die die Konzepte des Tragens von Waffen, der Ehre und anderer Merkmale der Verbindungen aufnahmen, spielten eine entscheidende Rolle in der modernen jüdischen Geschichte und halfen bei der Formung der jüdischen Moderne mit.

Referent: Mag. Arik Shoihtman
€ 6,00