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Geschichte

„Ein neuer Blick auf die Geschichte und das kulturelle Erbe Mesoamerikas“ ScienceCard, Online-Kurs

Eröffnungsvortrag von Georg Grünberg
  • Veranstalter:  Lateinamerika Institut
  • 19.01.2021 , 19:00 - 20:30 Uhr
  • Kursort: Online-Kurs
  • TeilnehmerInnen: 1 - 30
  • Kurs-Nr. 00254400
  • 1,5 Unterrichtseinheiten
Begrüßung und Einleitung:
Christian Schicklgruber, Direktor Weltmuseum Wien
Andrea Eberl, Direktorin, Österreichisches Lateinamerika-Institut

Vortrag
Die gewaltsame Begegnung zwischen den Europäer*innen und den „Aztek*innen“ in Mexiko und Mittelamerika ist nicht nur Gegenstand der Geschichtsforschung und der Darstellung in Museen, sondern hat Auswirkungen in Gesellschaft und Politik bis in die Gegenwart. Die in der Kolonialzeit entstandene Weltsicht hat sich grundlegend verändert und eine Ausstellung über die Aztek*innen in einem „Weltmuseum“ gewinnt eine neue und weitreichende Bedeutung. Dabei geht es um gesellschaftspolitisch relevante Fragen zur räuberischen Aneignung von Kulturgütern, um die Notwendigkeit der Anerkennung von Kultur und Wissen der indigener Völker sowie um die gemeinsamen Strategien zur Erforschung einer der bedeutendsten Zivilisationen der Menschheit.
In diesem einführenden Vortrag sollen einige der herausragenden Aspekte dieser bis in die Gegenwart reichenden Weltsichten und kulturellen Praktiken kritisch beleuchtet und in Hinblick auf die großen Probleme unserer Gesellschaft sowie globaler Beziehungen hinterfragt werden. Es ist nicht nur die Vergangenheit, die unser Interesse wecken soll, sondern auch die gemeinsame Zukunft der jeweils „Anderen“, in einer zunehmend „enger“ werdenden Welt. Wichtige Themen sind ein Weltbild, bei dem Zeit und Raum zusammenfallen, die Unterschiedlichkeiten geschätzt und gepflegt werden, aber „Einheit“ nicht als Wert angesehen wird.
Das führt zu einer Ablehnung eines Geschichtsbildes, in der Indigene immer die Opfer und die „Anderen“ die Sieger sind sowie Religiosität nicht auf nur einen Glauben beschränkt ist. Die Bedeutung kultureller Diversität, der Dialog zwischen unterschiedlichen Wissenssystemen und eine Anthropologie aus dem globalen Süden sind die heute relevanten Themen, die vor 500 Jahren ihren Anfang nahmen.

Dr. Georg Grünberg, geboren in Wien, ist Ethnologe und hat in Wien und São Paulo studiert, wobei indigene Völker in Lateinamerika im Mittelpunkt seines Interesses stehen. Forschung und Lehre in Brasilien, Paraguay, Mexiko, Nikaragua und Guatemala. Derzeit Lektor an der Universität Wien und Konsulent für internationale Kooperation im Bereich Umwelt und Gesellschaft in Lateinamerika.

Teilnahme: frei (zzgl. Museumseintritt); Besitzer*innen der VHS Science-Karte haben freien Eintritt zum Vortrag. Anmeldung bitte an info@weltmuseumwien.at
€ 0,00
Diese Veranstaltung ist nicht online buchbar. Bitte schreiben Sie uns eine Nachricht an office@lai.at.